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Remscheid
Bedarf für ehrenamtliche Hilfe ist groß

Remscheid. Seit acht Jahren vermittelt der Verein "Die Brücke" engagierte Bürger in unterschiedlichste freiwillige Aufgaben. Von Wolfgang Weitzdörfer

Acht Jahre gibt es die Freiwilligenzentrale "Die Brücke e.V." in Remscheid nun schon, aus dem einstigen Projekt ist heute eine Institution geworden. "Die Brücke" ist aus der Freiwilligenarbeit nicht mehr wegzudenken. Die Vorsitzende Annette Potthoff und die Teammitglieder Werner Brück, Gisela Rehm und Christa Hellmann stellten den Jahresbericht für 2015 vor. Eine wesentliche Neuerung sei die neue Homepage, die durch einen ehrenamtlichen Mitarbeiter gestaltet wurde und nun auf ansprechendere Art und Weise als zuvor die Arbeit und das Angebot des Vereins vorstellt, sagt Potthoff. Aber natürlich sei es vor allem die Arbeit der Ehrenamtler, die im Mittelpunkt stehe, betont die Vorsitzende weiter.

Die Freiwilligenzentrale sieht sich als Ansprechpartner für bürgerschaftliches Engagement, sagt Potthoff: "Grundsätzlich läuft es so: Organisationen, kommunal oder gemeinnützig, kommen zu uns und stellen ihren Bedarf mittels eines Fragebogens auf. Dieser Bedarf, derzeit sind es 110 offene Stellen, wird dann mit den Angaben von Ehrenamtlichen abgeglichen, die sich bei uns gemeldet haben, weil sie diesbezüglich tätig werden wollen." Im besten Falle passe es ganz einfach so übereinander, sagt Brück, der das Beispiel einer jungen Archäologin bringt: "Die junge Frau kam zu uns und wollte konkret im Reparaturcafé mitarbeiten. Da sie Schwierigkeiten hat, eine adäquate Stelle zu finden, arbeitet sie nun zusätzlich bei uns im Team mit. Das ist natürlich für uns der Idealfall."

Der Bedarf an ehrenamtlicher Arbeit ist in vier Gruppen unterteilt, sagt Hellmann: "Senioren, psychisch oder körperlich Kranke, Kinder und Jugendliche und ein allgemeiner Bereich. Da findet sich für jeden ein passender Bereich."

Künftig wolle man die Vermittlungsarbeit deutlicher messen können, betont Hellmann weiter: "Jeder, der zu uns kommt, um sich beraten zu lassen, bekommt einen Paten zur Seite gestellt, der Ansprechpartner bleibt." Zudem soll über Fragebogen und telefonische Nachfragen ermittelt werden, wie es nach der Vermittlung weitergegangen ist, sagt Potthoff. Denn dies sei bislang leider nur schwer nachzuvollziehen, würde aber die Vermittlungsarbeit transparenter machen.

"Ehrenamt ist auf jeden Fall sehr viel mehr als nur Altenheim", sagt Gisela Rehm, die selbst als Bildungspatin beim katholischen Jugendwerk ihre ersten Erfahrungen im Ehrenamt gemacht hat - auf Vermittlung der "Brücke", wie sie betont: "Da habe ich Kontakt zu einem eritreischen Jungen bekommen, dem ein wenig die Großeltern fehlten. Er war am Anfang beinahe wöchentlich bei uns." In dieser Zeit habe sie dem Jungen geholfen, seinen Schulweg zu gehen, gibt Rehm ein gelungenes Beispiel für ehrenamtliche Arbeit und fügt durchaus stolz an: "Heute ist er auf dem Berufskolleg."

"Die Brücke" ist immer auf der Suche nach Nachwuchs: "Wir finanzieren uns ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Derzeit haben wir rund 30 Mitglieder", sagt Potthoff und rührt noch ein bisschen die Werbetrommel für das Ehrenamt an sich: "Es ist ja wissenschaftlich erwiesen, dass vor allem ältere Menschen, die sich im Ruhestand ehrenamtlich betätigen, insgesamt viel zufriedener sind." Ein Geben und Nehmen also, bei dem es am Ende nur Gewinner gibt.

Quelle: RP
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