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Remscheid
Bürgeramt - "Es gibt viel böses Blut"

Remscheid: Bürgeramt - "Es gibt viel böses Blut"
Jürgen Beckmann leitet das Bürgeramt der Stadt. FOTO: Hertgen (Archiv)
Remscheid. Wieder gibt es lange Wartezeiten im Meldewesen der Stadt. Ohne Termin läuft nichts mehr. Von Henning Röser

Es gab schon Tage, da war um 9.30 Uhr bereits Schluss. Wer danach ohne vorher vereinbarten Termin ins Ämterhaus kam, um etwa seinen Pass zu verlängern oder sein Auto umzumelden, wurde gleich wieder nach Hause geschickt. "Wir können die Menschen nicht mehrere Stunden da sitzen lassen, wenn klar ist, dass sie am Ende nicht mehr drankommen", sagt Jürgen Beckmann. Leiter des Bürgeramtes der Stadt.

Beckman erlebt gerade ein Déjà-Vu. Kaum ist die Urlaubssaison gestartet, kommt das Bürgeramt an seine Kapazitäts-Grenze. Der vertraute Grund: fehlendes Personal. Drei Mitarbeiter seien seit schon längerer Zeit erkrankt, die Stelle einer Mitarbeiterin, die gerade in den Mutterschutz gegangen ist, dürfe erst in einem halben Jahr wieder besetzt werden, erklärt Beckmann die Situation.

Man habe aus den Engpässen des vergangenen Jahres durchaus Lehren gezogen. So gibt es schon in der Eingangshalle einen Schnell-Schalter, wo einige Anliegen erledigt werden können. Im Foyer des Ämterhauses können Termine vereinbart werden, ebenso im Internet. Neu ist auch die Einbeziehung des im Wuppertal angesiedelten Call-Centers der drei Städte. Im "Bergischen Service-Center" (Telefon 02191-1600) können Bürger auch Termine vereinbaren. Aber das reicht nicht.

Kurzfristige Abhilfe ist nicht in Sicht. "Es gibt keine Reserve", sagt Beckmann auf die Frage, ob nicht Hilfe aus anderen Dienststellen der Stadt gestellt werden könnte. Eine Organisations-Untersuchung der Stadtverwatung nimmt zwar gerade auch das Bürgeramt unter die Lupe, und klärt, ob der Stellenplan zur anfallenden Arbeit passt. Doch die Ergebnisse sollen erst im Herbst dieses Jahres vorliegen - dann ist die heiße Phase im Bürgeramt wieder vorbei.

Die Situation sei für Bürger wie Mitarbeiter gleichermaßen "unangenehm", sagt Beckmann. "Es gibt viel böses Blut". Den Ärger der Kunden kann er nachvollziehen. Wer sich Zeit im Arbeitstag frei schaufele, um ein Amtsgeschäft zu erledigen und dann unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werde, sei sauer. Und das wiederum mache die Arbeit für die verbliebenen Mitarbeiter schwerer.

Gestern gegen 15.40 Uhr war der nächstmögliche frei Termin am Dienstag, 7. Juni, um 9.50 Uhr.

Quelle: RP
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