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Remscheid
Checkliste soll Handwerkern die Kreditaufnahme erleichtern

Remscheid: Checkliste soll Handwerkern die Kreditaufnahme erleichtern
Fred Schulz, Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft. FOTO: Archiv
Remscheid. Kreishandwerkerschaft und die Sparkasse informieren gemeinsam im Internet über Bedingungen für Kredite bis 50 000 Euro. Von Wolfgang Weitzdörfer

Die Bedeutung des Handwerks für Remscheid ist enorm hoch. Das sagte Volker Pleiß, Bereichsdirektor der Stadtsparkasse Remscheid, bei der Vorstellung der neuen Initiative "Schneller Kredit für das Handwerk". Und belegte das gleich mit einer eindrucksvollen Zahl: "In Remscheid haben wir 40 bis 50 Prozent Handwerksbetriebe als Kunden." Allerdings sei ein Problem der Handwerker ihre streng gebündelte Zeit, die nur wenig Raum für das Kaufmännische lasse. "Nicht, weil sie das nicht beherrschen würden, sondern weil schlicht die Zeit dafür fehlt", betonte Pleiß. Neben der umfangreichen Auftragserstellung sei es vor allem die Kommunikation mit den Kreditgebern, die Zeit koste, sagte Pleiß.

"Aus dieser Tatsache heraus ist die Idee entstanden, zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Remscheid eine Checkliste zu erstellen, die im Internet auf den Seiten der Kreishandwerkerschaft und der Stadtsparkasse zu finden ist. Dadurch soll es den Handwerkern leichter gemacht werden, kurzfristig einen Kredit zu bekommen", erklärte Stefan Grote, Sparkassenbetriebswirt und Abteilungsleiter im Bereich Firmenkunden. Die Kreditvergabe über die Initiative soll vor allem dann greifen, wenn Handwerksbetriebe kurzfristig Investitionen tätigen müssen. "Nehmen wir einen Dachdeckerbetrieb, der eine große Baustelle hat. Dann geht plötzlich der Aufzug kaputt - der Betrieb braucht schnell Ersatz, weil das Wetter gerade gut ist, und die Baustelle abgeschlossen werden muss. Und so ein Aufzug kostet aber eben mal um die 30 000 Euro", gab Pleiß ein Beispiel, und Grote ergänzte: "Wenn wir schnell sagen, dann meinen wir das auch: Innerhalb von fünf Bankarbeitstagen liegt die Entscheidung vor. Es soll eine Art 'Fahrplan zur Antragserstellung' für die Handwerker geben. Wir wollen Probleme lösen, nicht zusätzlich welche schaffen." Die Rahmenbedingungen der Kredite richten sich auch nach der Art der Investitionen, sagte Grote: "Der Mindestkreditbetrag ist 10 000 Euro, maximal können 50 000 Euro gewährt werden." Pleiß ergänzte: "Liegen die erforderlichen Unterlagen vor, steht der Kreditvergabe nichts im Weg." Zinsen richten sich nach tagesaktuelle Prozentzahlen, seien aber ab unter 3,5 Prozent angesiedelt.

Wie nötig solche kurzfristig verfügbaren Gelder sein können, erklärte Kreishandwerksmeister Armin Hoppmann: "Eine Übergangszeit zwischen Auftragserteilung und den ersten durchgeführten Arbeiten muss ja immer der Handwerker finanzieren. Der Kunde kann erst eine Rechnung bekommen, wenn das Gewerk geliefert worden ist. Wenn man dann an einen Kunden gerät, der nicht direkt zahlt, dann kann das für einen kleinen Betrieb ein ziemlich tiefes Loch sein. Durch einen solchen Handwerkerkredit können die Betriebe das zum einen auffangen, aber auch ganz andere Mengen an Material - zu natürlich günstigeren Konditionen - bestellen." Fred Schulz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid, ergänzte schmunzelnd: "Zwei Gründe sind für einen erfolgreichen Handwerksbetrieb schließlich entscheidend: gutes Wetter - und die Zahlungsmoral der Kunden."

Quelle: RP
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