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Remscheid
Die Poesie des Augenblicks ergreifen

Remscheid: Die Poesie des Augenblicks ergreifen
! Miriam Bathe, Wigabriel Soto Eschebach und Xiau Fu (v.li.) musizieren und tanzen. FOTO: Filodonia
Remscheid. Das Theater Filidonia zeigt im Kulturzentrum am Honsberg eine Performance aus Licht, Tanz, Musik und Percussion . Von Christian Peiseler

REMSCHEID Über das, was die Menschen voneinander unterscheidet, will die Theatergruppe Filidonia nicht sprechen. Es möchte vielmehr zeigen und erlebbar machen, was die Menschen miteinander verbindet. "Für uns stehen die Gefühle und Bedürfnisse, die allen Menschen eigen sind, im Mittelpunkt", sagt Miriam Bathe, die Regisseurin der Theatergruppe. Als künstlerische Ausdrucksform haben die vier Akteure für das neue Projekt die Performance gewählt. Musik, Tanz, Percussion und Licht - das sind die Zutaten für den Abend in den Räumen in der Siemensstraße 23. Was passieren wird, welche Energie die Performance aufnehmen wird, das weiß die Regisseurin selbst noch nicht. Die Performance lebt von der Improvisation, von dem Unvorhersehbaren, von dem Moment. Es gibt nur das gesetzte Thema der verbindenden Gefühle und Bedürfnisse, um das herum sich ein großer Raum mit Assoziationen füllen soll.

Die vier Künstler (Miriam Bathe, Violine, Xiau Fu, Percussion, Wigabriel Soto Eschebach, Tanz, Tobias Löhde, Licht), die den Abend am Samstag gestalten, tanzen und musizieren aber nicht aus dem Stegreif. Es gibt Vorproben, um sich sozusagen einzuschwingen. Miriam Bethe übt immer wieder technische Abläufe auf ihrer Violine, um auch in der Lage zu sein, unterschiedliche Stimmungen ausdrucksstark hervorrufen zu können.

Die Performance kommt ohne Worte aus. Das Schauspiel ist ausgespart. Worte stoßen auch immer das Denken der Zuschauer an. Aber die Welt der Gedanken soll an diesem Abend umschifft werden. Die Sprache der Gefühle hingegen geweckt werden. Und das geht in diesem Falle nonverbal.

Einen großen Anteil an der Ausformulierung des Stücks haben die Besucher. Sie gehören zu den Mitspielern und Mitautoren. "Wir wollen auf die Atmosphäre im Zuschauerraum reagieren", sagt Bathe. In dem kleinen Raum in der unteren Etage des Hauses wird es also sehr intim zugehen, denn zwischen Akteuren und Besuchern besteht kaum ein nennenswerter Zwischenraum. Die vierte Wand, wie sich im klassischen bürgerlichen Theater existiert, gibt es hier nicht. Braucht es viel Mut, mit seiner Persönlichkeit schutzlos vor die Zuschauer zu treten? "Ja, unbedingt", sagt Bathe. Aber das Unvorhersehbare und die Hoffnung auf die Poesie des Augenblicks sind Motivation genug, die Angst zu überwinden.

$ Miriam Bathe steht im Kulturzentrum am Honsberg. FOTO: Peiseler

Das Theater Filidonia besteht aus insgesamt 25 Akteuren, die sich zu verschiedenen Projekten zusammenschließen. Viele von ihnen, wie zum Beispiel Miriam Bathe oder die Löhde-Brüder, kommen aus der Theatergruppe "Die Glorreichen 4 bis 8" der Remscheider Kunstschule.

In dem Haus an der Siemensstraße, das sich zu einem neuen Kulturzentrum am Honsberg entwickelt hat, tut sich viel. Von außen leuchtet das Gebäude durch die freundlichen Farben weiß und blau. Innen befindet es sich viele Räume der ehemaligen Arbeiterwohnungen noch in Modus des Umbruchs. Man will dort Weite schaffen, wo es sehr eng ist. Das dauert.

"Wir sind hier am Honsberg total angekommen", sagt Bathe. Auf der Straße werde sie angesprochen, wann die Künstler wieder etwas zeigen werden. Das freut die Kulturschaffenden, auch wenn das Publikum nicht unbedingt aus der direkten Nachbarschaft kommt.

Sa 7. Oktober, 19.30 Uhr, Siemensstraße 23, Eintritt frei.

Quelle: RP
 
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