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Remscheid
Einfach mal in die Bücherbox greifen

Remscheid: Einfach mal in die Bücherbox greifen
Hüseyin Yavuz, Philip Donning und Keven Renneis kümmerten sich um die erste Befüllung der Regale aus dem Bestand des Sozialkaufhauses. FOTO: Nico hertgen
Remscheid. Remscheider Leseratten finden jetzt an der Konrad-Adenauer-Straße/Ecke Scharffstraße eine ausrangierte Telefonzelle mit Schmökern. Die darf jeder mitnehmen und gerne anderen Lesestoff reinstellen. Von Angela Heise

"Lies Dein Buch und reich' es weiter", unter diesem Motto wurde gestern in Remscheid (Konrad-Adenauer-Straße/Ecke Scharffstraße) die erste öffentliche "Bücherbox" in Betrieb genommen. Die umgebaute Telefonzelle dient als Bücherschrank für Jedermann. Ob Krimi, Sachbuch, Roman oder Bilderbuch - jedes Genre soll dort Platz finden.

Die Idee, die dahinter steckt, ist die Zweit- und auch Mehrfachverwertung des Lesestoffs. Denn ausgediente Bücher könnten andere Leser interessieren. Warum sollten sie also ungenutzt herumstehen? In den Regalen des "neuen Schranks" kann die Literatur anonym, kostenfrei und ohne Formalitäten abgegeben werden. Eine solche Bücherbox gibt es beispielsweise schont seit Jahren in der Nachbarstadt Wuppertal an der Friedrich-Ebert-Straße am Laurentiusplatz in Nähe der Stadtbücherei.

Unter der Trägerschaft der "Arbeit Remscheid gGmbH" entstand diese Maßnahme zur Aktivierungshilfe für Jugendliche und junge Menschen bis 25 Jahre. Geschäftsführer Ralf Barsties suchte Spender und Paten, um das Projekt realisieren zu können. Dank der finanziellen Unterstützung der Remscheider "Lothar und Ulrike Kaiser-Stiftung" konnte die Planung und Umsetzung erfolgen. Frank Sperling realisierte als Verantwortlicher der Maßnahme mit 15 Mitwirkenden die erste Box. "Im April wurde die Telefonzelle aus Potsdam angeliefert. Einen Prototyp aus Holz hatten wir schon erstellt." Seitdem wurde überlegt, wie der Slogan lauten könnte, um Menschen in die Box zu locken. "nimm 1 - lies 1 - bring 1" steht nun in großen Lettern darauf und fordert zum Austausch an Literatur auf.

Die erste Bestückung des öffentlichen Bücherregals erfolgte durch Hilfe des "Kaufhaus Remscheid" und des "Möbellagers". Hüseyin Yavuz, einer der engagierten Jugendlichen, war begeistert: "Wir werden dafür sorgen, dass hier alles ordentlich bleibt." Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) bedankte sich bei Jobcenter, Stadtmarketing und den Paten, vor allem bei den Jugendlichen, ohne deren Hilfe es die Bücherbox nicht gebe. "Da ziehe ich den Hut vor", lobte er. Und jetzt wollen wir tauschen und etwas für den kulturellen Horizont tun."

Quelle: RP
 
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