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Remscheid
Faszinierende Manegen-Momente

Remscheid: Faszinierende Manegen-Momente
Jasmin Witter schminkt sich für ihren Auftritt mit dem Show-Ballett. FOTO: Moll Jürgen
Remscheid. Der Remscheider Weihnachtscircus wartet mit akrobatischen Highlights auf. Internationale Artisten, traditionelle Zirkuselemente und ein 50-köpfiges Team sorgen für ein Erlebnis. Gespielt wird noch bis zum 7. Januar. Von Anna Mazzalupi

Der Duft von Popcorn erfüllt das Vorzelt. Gespannt stehen die ersten Gäste an den Stehtischen und warten, dass sich der Vorhang zum Hauptzelt auf dem Schützenplatz lüftet. Währenddessen sitzt Stefan Ballack an der Kasse und gibt die Eintrittskarten aus. Seine schwarze Fliege blinzelt unter der Jacke hervor. Normalerweise gehört das nicht zu den Aufgaben des kaufmännischen Direktors des "Remscheider Weihnachtscircus". Aber wenn aus Krankheitsgründen Not am Mann ist, springt er ein. Das gehört beim Zirkusbetrieb ganz selbstverständlich dazu. Hier sind alle ein Team, eine Familie, die Hand in Hand arbeitet. 50 Menschen zählen dazu.

"Bei der Premiere am Freitag waren über 400 Zuschauer hier. Wir sind zufrieden", erzählt Ballack. Denn: Der Weihnachtscircus präsentiert sich in diesem Jahr mit dem Veranstalter B+Z Circus- & Freizeitevent unter neuer Regie - mit neuem Programm, internationalen Artisten und vielen Highlights. "Das muss sich erst rumsprechen bei den Remscheidern", sagt Ballack. Rund acht Monate wurde an der Show gefeilt, die mit moderner Musik und optischen Lichteffekten gespickt ist. Die Mitglieder des Circus Busch ergänzen das Künstlerensemble.

Während die ersten Besucher ins Zelt dürfen, laufen im Hintergrund noch die letzten Vorbereitungen. Showtänzerin Jasmin Witter (22) frischt ihr Make-up auf und schnürt die Korsage für ihren Auftritt. Sie mischt erst seit gut sieben Monaten beim Zirkustreiben mit. "Es ist schön, aufzutreten", sagt sie mit einem Lächeln. Nervös sei sie inzwischen nicht mehr.

Ballack verrät: "Sie hat sich in unseren Alfred verliebt und hat Hals über Kopf ihr altes Leben hinter sich gelassen". Gemeint ist Alfred Scholl, der später in der Manege nicht nur mit seinem Jonglage-Tanz das Publikum begeistern, sondern vor allem mit den Kunststücken auf dem Trampolin Eindruck hinterlassen wird. Er ist Teil der "Gebrüder Scholl", die in der TV-Show "Das Supertalent" Bekanntheit erlangten.

Langsam füllen sich die Plätze. Gut 170 Zuschauer kommen am Abend des ersten Weihnachtstages. Genug, um für gute Stimmung zu sorgen. Die Manege ist in ein rotes Licht getaucht. Dann wird es dunkel, die Musik setzt ein und die rund zweistündige Show beginnt.

Dem Publikum bleibt kaum ein Augenblick, die zum Teil atemberaubenden Darbietungen zu verarbeiten, so schnell wechseln die Akteure. Gerade noch wirbelt der schwedische Luftakrobat David durch die Luft, schwingt sich bei der Schwarzlichtperformance an dem Trapez hoch oben an der Kuppel durch das Zirkuszelt. Schon fliegen die Ringe und Keulen durch die Manege, lassen die brennenden Fackeln den Zuschauern den Atem stocken.

Hoch in die Luft geht es auch für Talina, die an der schwebende Poledance-Stange akrobatische Figuren vorführt. Wie ihre Kollegen holt sie noch einmal tief Luft, bevor es nach oben geht. Erleichtert genießt sie dann auch den Applaus, als sie nach ihrer zweiten Nummer, dem Ringtrapez mit Kimberley, wieder sicheren Boden unter den Füßen hat. Immerhin: Die meisten der Nummern werden auf Wunsch der Akrobaten ohne zusätzliche Sicherungen absolviert, merkt Stefan Ballack an.

Die Gäste honorieren diesen Wagemut. "Das ist mal etwas ganz anders", sagt zum Beispiel Andreas Hippler, der findet, dass die Leistungen noch mehr Publikum verdient hätten. "Die Show gefällt mir gut. Vor allem die Vögel, die waren sehr schön", merkt Katy Voß an. Sie und ihre Tochter Milene sind echte Zirkus-Fans.

Die Tiere haben ihren eigenen Charme. Die Tierlehrer Marietta und Gerd Koch zeigen Kunststücke mit ihren vier Papageien, die über den Köpfen der Besucher kreisen. Auch ihr Königspudel gehört mit zur Nummer. Kamele, Pferde und Ponys lassen gerade die Kinderaugen leuchten. Selbstverständlich darf auch die Clownerie nicht fehlen. Die Orton-Family aus Prag sorgt mit viel Musik und ordentlich Klamauk für Lacher.

Zdenek Junior (21), der bis zu fünf Diabolos gleichzeitig bis fast unters Zeltdach werfen kann, mag besonders die Spannung des Moments. Gut 20 Minuten vor seinem Auftritt probt er noch einmal seine Nummer, um das Publikum ins Stauen zu versetzen. "Jeder Tag ist neu. Jede Show ist anders", beschreibt er das Zirkusleben.

Quelle: RP
 
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