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Remscheid
"Hunde in diesem Wald bitte anleinen"

Remscheid: "Hunde in diesem Wald bitte anleinen"
Mit diesem Schild appellieren die Mädchen und Jungen des Montessori-Kinderhauses "Kleene Dörper" in Cronenberg an Hundebesitzer, ihre Vierbeiner im reinen Naturschutzgebiet an die Leine zu nehmen. FOTO: Weitzdörfer
Remscheid. Montessori-Kinder aus Wuppertal stellten nach einen unangenehmen Erlebnis Hinweisschild im Grunder Bachtal auf. Von Wolfgang Weitzdörfer

Es war eine unangenehme Situation für die Kinder der Rehe-Gruppe aus dem Montessori-Kinderhaus "Kleene Dörper" in Wuppertal-Cronenberg. Sie waren Anfang Juni mit ihrer Erzieherin Ulrike Hartung auf einem Ausflug im Naturschutzgebiet Grunder Bachtal gewesen. Dort hatten die Kinder Tiere und Pflanzen auch am Quellteich des Grunder Bachs beobachtet.

"Im Verlauf unseres Aufenthalts ist es leider zu unschönen Szenen mit einigen Hundebesitzern gekommen", sagte Hartung. Diese hätten ihre Hunde ohne Leine laufen lassen und auch auf die Bitten der Kinder, dieses doch zu unterlassen, weil es im Naturschutzgebiet verboten sei, nicht reagiert: "Manche haben die freundlichen Bitten der Kinder einfach ignoriert, andere haben durchaus harsch geantwortet", sagte Hartung.

Die Erzieherin ergänzte: "Unsere Kinder sind für das Thema durch regelmäßige Waldbesuche durchaus sensibilisiert. Und sie haben nicht verstanden, warum die Erwachsenen so abweisend reagiert haben." Es habe einiger Erklärungen bedurft, um den Kindern zu vermitteln, warum sich die Hundehalter einfach über Regeln hinweggesetzt hätten.

Im weiteren Verlauf habe man dann allerdings das Erlebnis pädagogisch umgesetzt, wie Hartung erzählte: "Wir haben beschlossen, gemeinsam ein Schild zu gestalten, auf dem steht, dass Hunde hier nicht frei laufen dürfen. Den Kindern wollten wir dadurch vermitteln, dass man durchaus etwas tun kann, auch wenn es vielleicht nicht immer direkt unmittelbare Veränderungen mit sich bringt."

Hartung hatte sich noch ans Umweltamt der Stadt Remscheid gewandt. "Ich habe gefragt, ob wir das Schild auch anbringen können." Bei Thomas Friese vom Fachdienst Umwelt war Hartungs Vorschlag direkt auf offene Ohren gestoßen: "Wir kennen das Problem, denn hier im Grunder Bachtal ist es gleich aus zweierlei Gründen geboten, Hunde an der Leine zu halten", sagte Friese gestern Vormittag, als die Kinder der Rehe-Gruppe ihr Schild anbrachten. Denn neben dem ausgewiesenen Naturschutzgebiet befinde sich hier auch der Begräbniswald: "Das ist praktisch ein Friedhof, also auch nicht der Ort, an dem Hunde unbedingt herumtollen sollten", sagte Friese. Die Spielregeln müssten eigentlich allen Hundebesitzern bekannt sein, sagte der Mitarbeiter des Umweltamtes weiter: "Wir weisen die Hundehalter in der Stadt in regelmäßigen Abständen darauf hin. Zuletzt ist dies mit dem Versand der Hundesteuerbescheide passiert."

In dem Schreiben habe man ein Merkblatt beigelegt, in dem aufgeführt sei, wann und wo Hunde angeleint sein müssen. "Und auch über die Naturschutzgebiete im Stadtgebiet können sich alle Bürger online im Geo-Portal auf der Stadt-Website informieren", ergänzte Friese.

Die Mitarbeiter des Umweltamts könnten durchaus aktiv werden, wenn einige Hundebesitzer die Regeln missachten: "Wenn wir jemanden dabei erwischen, dass er etwa seinen Hund im Naturschutzgebiet im Teich baden lässt, dann ist das ein Bußgeldtatbestand", sagte Friese. Es sei allerdings immer eine Ermessens-Entscheidung. Denn wenn sich ein Hund offensichtlich im Kontrollbereich seines Halters aufhält, nicht im Wald herumläuft oder eben badet, dann müsse man auch nicht direkt eingreifen.

Man setze verstärkt auf Kommunikation - und die Vernunft aller Beteiligten: "Wir wollen nicht immer sofort mit dem erhobenen Zeigefinger auftreten. Jeder soll sich schließlich in der Natur aufhalten können, aber sich eben auch an die Regeln halten", betonte Friese.

Die Kinder des Montessori-Kinderhauses freuten sich indes, dass ihr Schild nun auf einem schönen Holzständer befestigt wurde und für alle sichtbar ist. Und sie hoffen darauf, dass sich Hundehalter fortan alle an die Regeln halten.

Quelle: RP
 
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