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Remscheid
Landbier und Kartoffelburger im Eifgental

Remscheid. Eine alte Wassermühle hat die Familie Büngen in ein Restaurant umfunktioniert - die "Neuemühle" wird von der 26-jährigen Wiebke Büngen geführt. Sie steht selbst in der Küche und schwört auf ihr Konzept mit der Kartoffel. Von Stephan Singer

Wassermühlen sind für das Bergische Land so typisch wie die Gondeln für Venedig. Präsentiert sich eine solche historische Mühle in liebevoll restauriertem Zustand kombiniert mit einem gekonnt geführten Restaurant, ist der Urtyp eines perfekten Ausflugslokals geschaffen. Aber damit nicht genug: Die "Neuemühle" in Wermelskirchen hat sich einen festen Kundenstamm erarbeitet, der auch außerhalb der jetzt beginnenden Frühlings- und Sommersaison die Speisen des Gastronomie-Betriebs genießt. Dabei gelingt der Spagat zwischen gutbürgerlicher Tradition und moderner Innovation - und viele Gerichte drehen sich um die Kartoffel.

Nicht ohne ein wenig Stolz betont Inhaberin Wiebke Büngen: "In diesem Jahr feiere ich ein kleines Jubiläum - ich führe den Betrieb seit fünf Jahren!" Die 26-Jährige, die ihre Ausbildung zur Köchin im Restaurant "Maria in der Aue" absolvierte, wollte eigentlich gar nicht mit so jungen Jahren schon Chefin werden: "Mein Opa hatte sich schon als Kind in die ,Neuemühle' verliebt und das Anwesen dann in den 1980er Jahren gekauft. Schließlich erbte es mein Vater. Vor meiner Übernahme in 2011 hatten wir dann Pech durch Fehlgriffe, was zu zwei Pächterwechseln innerhalb von nur vier Jahren führte - das hat dem Ruf des Restaurants sehr geschadet. Letztlich haben wir dann die ,Neuemühle' in einem Monat für mich aus dem Boden gestampft."

Sie sei damals durchaus ein wenig blauäugig gewesen, aber so Wiebke Büngen: "Man wächst da hinein und jetzt läuft es immer besser." So hätten in 2016 bereits so viele Gruppen und Gesellschaften die "Neuemühle" für reservierte Treffen und Feiern genutzt wie im gesamten Vorjahr. "Wir hatten in 2015 einen immensen Aufschwung, und im laufenden Jahr wird es noch besser", ist sich Wiebke Büngen sicher. "Wir haben mit einem tollen Team von zehn Stamm-Mitarbeitern eine Struktur geschaffen, mit der wir qualitativ auf hohem Niveau arbeiten", betont die Chefin, die selber kocht. "Man darf sich direkt bei mir beschweren", kommentiert die Köchin lachend.

Für Wiebke Büngen, die sich im Moment keine andere Zukunft vorstellen kann, weil sie "an dem Haus und an der Küche hänge", ist klar: "In dem Spannungsfeld von gut-bürgerlich und modern-innovativ sind unsere Gerichte immer ehrlich. Hier ist nichts vorgefertigt - egal ob Wraps, Burger oder Soßen, alles ist selbst gemacht."

Die Erdknolle, die einst vom spanischen Königshof aus Europa im Sturm eroberte, muss immer etwas mit den angebotenen Speisen zu tun haben - so will es das Konzept der "Neuemühle": Kartoffel-Pizza oder -burger stehen genauso auf der Karte wie Schweine-Medaillons (natürlich mit Kartoffel-Variationen) oder die alt-bergische "Potthucke". Letzteres ist am ehesten mit einem "Rösti" zu vergleichen, besteht aus geriebenen Kartoffeln, die mit Ei und Gewürzen gebacken werden. Das Ganze gibt's dann mit Mettenden oder in der vegetarischen Version mit Käse. "Die 'Potthucke' ist bei unseren Gästen sehr gefragt. Das hatten wir anfangs gar nicht gedacht - aber auch die Gäste dürfen einen ja mal gerne überraschen", beschreibt Wiebke Büngen die Beliebtheit des "Neuemühle"-Klassikers.

Nicht zuletzt der bergische Wanderbus sorgt dafür, dass das Restaurant ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer ist. "Familien sind uns herzlich willkommen. Das ist unsere Zukunft, Kinder gehören dazu. Unter anderem mit einem Kinderspielschrank ist für die Jungen und Mädchen gesorgt", unterstreicht Wiebke Büngen, die sich gerne etwas einfallen lässt, um ihre Gäste zu begeistern. Ab 6. April gibt es daher immer mittwochs und donnerstags zusätzlich eine spezielle Karte mit Kartoffel-Schnitzel-Variationen.

Quelle: RP
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