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Remscheid
Letzte Ansagen für den großen Auftritt

Remscheid. Die katholische Gemeinde St. Bonaventura bringt Ende April Andrew Lloyd Webbers Musical "Joseph" auf die Bühne. Von Wolfgang Weitzdörfer

Die Stimmung im Gemeindehaus der Katholischen Gemeinde St. Bonaventura ist von gespannter Erwartung geprägt: Am Wochenende war die erste große gemeinsame Probe für das Musical-Projekt "Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat" mit allen Beteiligten - quasi eine vorgezogene Generalprobe. Das bekannte und beliebte Musical von Andrew Lloyd Webber wird am Samstag, 25. April, und Sonntag, 26. April, in der Kirche zur Aufführung gebracht. Rund 100 Sänger, dazu vier Solisten und eine zehnköpfige Band werden unter der Regie von Peter Bonzelet dafür sorgen, dass in St. Bonaventura am letzten Aprilwochenende ein echtes Musical-Highlight erschallen wird. Die Zeichen für eine gelungene Premiere stehen bestens, das ist das Fazit der großen Gemeinschaftsprobe vom Samstag.

"Wir machen alle zwei Jahre ein größeres Projekt, in diesem Jahr haben wir uns für das Webber-Musical entschieden", erzählt Chorleiter Bonzelet. Geprobt wird für das Mammut-Projekt schon seit einem halben Jahr, aber am Wochenende war tatsächlich die erste Generalprobe mit allen Beteiligten. "Wir fangen jetzt einfach mal vorne an und hören hinten wieder auf", witzelte der Chorleiter zu Beginn der Probe am Samstag, aber genauso sollte es sein: Die Band stieg in den Prolog ein, fand zueinander, ließ die Musik lebendig werden. Die bekannten Melodien animierten zum Mitswingen, selbst wenn man nur auf dem Stuhl saß. Und mit einigen Unterbrechungen wurde das Musical komplett durchgespielt.

Und schon zu Beginn war eine ganze Menge los im Gemeindehaus. Da waren vor allem die beiden Solisten, Isabell Classen, die die Erzählerin mimt, und Philipp Maurer als Joseph, die beide mit Kopfmikro versehen die Blicke der Chormitglieder auf sich zogen. Aber auch der Musical-Kinderchor brachte seine Einsätze auf den Punkt und veredelte den Klang zusammen mit den beiden Chören "Bona Voce" und "Jubilate Deo". "Dazu kommen noch 25 Gastsänger, die bei dem Projekt mitmachen, sonst aber nicht im Chor singen", sagt Bonzelet.

Die Entscheidung, ein doch eher modernes Stück aufzuführen, war einstimmig gefallen: "Alle Chormitglieder stehen hinter der Wahl. Sogar die älteren Sängerinnen und Sänger haben eine Menge Spaß und tragen die Entscheidung mit", erklärt Bonzelet. Die englischen "Joseph"-Texte von Webbers kongenialen Librettisten Tim Rice wurden vom bekannten Schlagersänger Heinz-Rudolf Kunze eingedeutscht, der Texter hat die Intention des Originals dabei gut eingefangen, wenngleich der Wortwitz und die vielen Wortspielereien des Originals schwer bis gar nicht zu übersetzen waren.

Das Flair des Musicals, das bereits 1968 in London uraufgeführt wurde, besticht eben vor allem durch die flotte Musik, die die zehnköpfige Band mit Schlagzeug, Percussion, Bläsern, Bass, Gitarre und zwei Keyboardern perfekt einzufangen in der Lage war.

Bei dem Chor-Projekt handelt es sich um eine echte Gemeinde-Leistung: "Abgesehen von den beiden Solisten und einigen Musikern, die externe Profis sind, ist praktisch die ganze Gemeinde beteiligt, sogar einige Kindergartenkinder der katholischen Kindergärten sind als Schafe mit von der Partie", schmunzelt der Chorleiter, der am Sonntag noch eine Probe nur mit dem Chor angesetzt hat.

Am Ende des langen Probentags am Samstag zeigte Bonzelet sich mit der Leistung seiner Sängerinnen und Sänger sehr zufrieden. Damit steht also einer gelungenen Premiere am Samstag in zwei Wochen nichts mehr im Wege.

Quelle: RP
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