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Remscheid
Notfallambulanz hat jetzt eigenen Chef

Remscheid: Notfallambulanz hat jetzt eigenen Chef
Dr. Stefan Kortüm ist der neue Leiter der Zentralen Notfallambulanz des Sana-Klinikums. FOTO: Michael Schütz
Remscheid. Das Sana-Klinikum hat Dr. Stefan Kortüm als Leiter der Zentralen Notfallambulanz eingestellt. Er soll die Behandlung koordinieren und die Abläufe weiter verbessern. Eine steigende Anzahl von Patienten sucht diese Abteilung auf. Von Solveig Pudelski

Bis zu 200 Patienten kommen täglich in die Notfallambulanz des Sana-Klinikums - oder werden mit dem Rettungswagen eingeliefert. Im Jahr sind es bis zu 33.000 Patienten manchmal mit eher kleinen Wehwehchen, oftmals aber mit schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt. Das Sana-Klinikum misst der Zentralen Notfallambulanz (ZNA) mehr Bedeutung zu und hat daher eine neue Stelle eingerichtet hat, die direkt der Geschäftsführung unterstellt ist: Seit zehn Tagen ist Dr. Stefan Kortüm Leiter der ZNA.

Bundesweit rücken die Notfallambulanzen in den Fokus, weil immer mehr Menschen es vorziehen, sich gleich ans Krankenhaus zu wenden statt den niedergelassenen Arzt aufzusuchen. Drei, vier Prozent mehr sind es jährlich. Kliniken reagieren auf diese Entwicklung, sie versuchen die Arbeitsabläufe an dieser wichtigen Gelenksstelle immer weiter zu verbessern.

Notfallmedizin zu koordinieren, Prozesse zu steuern und für eine noch bessere Verzahnung mit den Fachabteilungen zu sorgen, sei daher auch die Aufgabe des neuen Leiters, sagte Dr. Florian Lepique, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Sana-Klinikums, gestern bei der Vorstellung des neuen Kollegen.

Als Generalisten bezeichnet Kortüm, der zuvor Leitender Oberarzt der Intensiv- und Notfallmedizin an einem Krankenhaus in Dieburg war, die Notfallmediziner. Das große Spektrum an Fachdisziplinen unter einem Dach, die große Notaufnahme des Klinikums und die Leitungsaufgabe selbst habe ihn gereizt, sich auf die Stelle zu bewerben, sagte Kortüm. Das Feld in der Notfallambulanz sei komplex, die Fallzahlen von Tag zu Tag unterschiedlich: Vom Mückenstich, über Kopfschmerzen, grippale Infekte, Knochenbrüche bis zu lebensbedrohlichen Akutfällen wie Herzinfarkt oder schwerste Verletzungen nach einem Unfall - jeder und alles ist zu behandeln. "Niemand wird nach Hause geschickt", sagte Kortüm zu den Bagatellfällen. Bis zu zehn Pflegekräfte und bis zu sechs Ärzte arbeiten in der ZNA. Gearbeitet werde interdisziplinär, jeden Tag 24 Stunden.

Die Reihenfolge der Behandlung von Patienten diktiert die Schwere des Notfalls. Die Erstbegutachtung erfolgt nach einem einheitlichen System (Manchester Triage System), jeder Patient wird einer Stufe von 1 (Akutfall) bis 5 (Patient mit leichteren Erkrankungen oder Verletzungen) zugeordnet. Letztere müssen längere Wartezeiten in Kauf nehmen, doch innerhalb von zwei Stunden sollen auch sie behandelt werden, sagte Sana-Pressesprecherin Katharina Stratos. Immer wieder gebe es Beschwerden über lange Wartezeiten, aber die Abläufe seien schon deutlich verbessert worden, ergänzte Pflegedienstleiterin Nicole Hilbert. Wartende werden über die aktuelle Situation und Dauer der Wartezeit informiert. Außerdem können sie an einem Terminal eine Bewertung abgeben.

Quelle: RP
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