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Remscheid
Parkärger am Steinberg geht weiter

Remscheid: Parkärger am Steinberg geht weiter
Bei Begegnungsverkehr wird es auf der Steinberger Straße eng. Viele Anlieger parken ihr Auto darum halb auf dem Gehweg. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Polizei schreibt erneut Knöllchen für Anwohner. Auch die Stadt ist gegen das Aufparken auf dem Bürgersteig, um die Gehwegplatten zu schützen. Bezirksbürgermeister nennt Situation "unglücklich". Von Henning Röser

Schlechte Nachrichten für die Anlieger der Steinberger Straße. Ihre seit mehreren Jahrzehnten gewohnte Praxis, die Autos halb auf dem Gehweg aufzuparken, dürfen sie nun auch aus Sicht der Stadtverwaltung nicht mehr fortsetzen. Grund: der Gehweg könnte Schaden nehmen.

Wie berichtet, hatten die Anwohner im Juli plötzlich Knöllchen der Polizei an ihren Wagen vorgefunden. Was ungewöhnlich ist, weil die Behörde üblicherweise nicht für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zuständig ist. Polizeisprecherin Anja Meis nannte als Grund eine Gefährdung von Kindern und Fußgängern. Die aufparkenden Autos versperren die Sicht. Die Polizei ahndete darum eine Ordnungswidrigkeit: halbseitiges Parken ist an dieser Stelle nämlich verboten. Das wissen die Anwohner wohl. Sie wollen durch ihr - über viele Jahre toleriertes Verhalten - den Verkehrsfluss sichern. Unter anderem durch das in diesem Bereich liegende Buskap der Stadtwerke ist Begegnungsverkehr in diesem Bereich der Straße problematisch.

Auf Intervention von Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) haben sich Ordnungsamt und Technische Betriebe die Situation vor Ort angesehen. Das Ergebnis dieses Termins berichtete Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann am Dienstagabend in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Demnach kann ein Parken auf den Gehwegen nicht erlaubt werden, weil die dort verlegten Gehwegplatten so dünn sind, dass sie durch das Gewicht beschädigt werden.

"Wir haben diese Situation an vielen Stellen in der Stadt", sagt Gerald Hein, zuständig für Straßen und Wege bei den Technischen Betrieben (TBR) der Stadt. Vor allem beim Wechsel von Frost und Tauwetter gingen Platten durch aufparkende Autos kaputt. Ein gutes Beispiel sei der Bereich an der Ecke Burger Straße / Bliedinghauser Straße. Hier setzte die TBR dicke Steine auf den Gehweg, um Autos am Parken zu hindern.

Otto Mähler findet die durch die Polizeiaktion ausgelöste Situation "sehr unglücklich" und wenig bürgernah. Nach dem Ortstermin im Juli habe die Polizei hier erneut Knöllchen verteilt.

Er gab in der Sitzung zu bedenken, dass nur einige Meter die Straße hinunter vor einer Bäckerei das Aufparken erlaubt sei. Mählers Sorge: Sollten die Anwohner nun dauerhaft im Straßenraum parken müssen, werde es vor allem im Berufsverkehr eng. Er hat in den vergangenen Tagen beobachtet, dass sich der Verkehr dann bis hinauf in den Kreuzungsbereich an der Nordstraße zurückstaut.

Ein Ausweg könnte nun eine Auswechslung der Gehwegplatten sein. Die Politik beschloss einstimmig, dass die Stadt dies prüfen und der BV dann eine Kostenübersicht vorlegen soll.

Quelle: RP
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