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Remscheid
Nach Überfällen im Tunnel - Politik uneins über Reaktion

Remscheid: Nach Überfällen im Tunnel - Politik uneins über Reaktion
Die Fußgänger-Unterführung am Friedrich-Ebert-Platz. FOTO: Moll, Jürgen
Remscheid. Innerhalb nur weniger Tage gab es zwei bewaffnete Raubüberfälle im Fußgängertunnel am Ebert-Platz. Einige Politiker sehen akuten Handlungsbedarf, andere nicht.  Von Henning Röser

Die Überfälle waren am Dienstagabend Thema in der zuständigen Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Die Politiker der Ratsfraktionen zeigten sich dabei uneins, wie und ob die Stadt auf die Vorfälle, bei denen eine Frau und ein Mann von mehreren unbekannten Tätern mit einem Messer bedroht und ausgeraubt wurden, reagieren soll.

Rosemarie Stippekohl (CDU) sieht jedenfalls akuten Handlungsbedarf. "Wir müssen was tun", sagte sie. Im Vorhof des Ämterhauses müsse härter durchgegriffen werden.

Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) sieht hingegen keine zwingende Notwendigkeit für zusätzliche Aktivitäten. Die Überfälle seien zwar "bedauernswert", doch die Ordnungsbehörden könnten einfach nicht überall gleichzeitig sein.

Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann, zu dessen Bereich auch der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) gehört, der Streifen im Stadtgebiet geht, sagte, dass die Unterführung zum Busbahnhof bislang nicht auffällig gewesen sei. Er selber benutze ihn fast täglich. Durch die intensive Nutzung durch Passanten sei die soziale Kontrolle hier hoch. Auch die Busfahrer der Stadtwerke hätten ein Augen auf das Geschehen am Ebert-Platz und würden melden, wenn ihnen etwas auffiele. Dass der Tatort der beiden Überfälle unmittelbar vor der Tür des KOD liege, mache keinen Unterschied. "Wir können da nicht reinschauen". 

Der Bezirksbeamte der Polizei, Roger Moebs, sprach von Einzelfällen. Solche Verbrechen könne man nicht ausschließen. Moebs ist regelmäßiger Gast in der Bezirksvertretung.

Tunnel wird als unsicherer Bereich empfunden

Roland Gedig (CDU) will sich von diesen Aussagen nicht beruhigen lassen. Im subjektiven Empfinden der Bürger werde der Ebert-Platz und der Tunnel als unsicherer Bereich empfunden, vor allem in der Dunkelheit. Er regte an, dass die Bezirksvertretung Zahlen aus der Polizei-Statistik präsentiert bekommt, die zeigen, wo in der Stadt sich kriminelle Delikte ereignen. Es reiche nicht aus, einfach nur mit den Achseln zu zucken.

Zeugenhinweise zum aktuellen Fall gebe es noch keine, sagte Polizeisprecher Christian Wiertz gestern auf BM-Anfrage. Die Polizei habe im Tunnel einige Spuren gesichert. Diese seien zum Landeskriminalamt geschickt worden.

Quelle: RP
 
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