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Remscheid
Treckertreffen lockte viele Schaulustige

Remscheid. Womöglich zum letzten Mal versammelten sich am Sonntag zahlreiche Trecker-Fahrer, -Fans und -Sammler aus der näheren und weiteren Umgebung auf dem Lenneper Schützenplatz. Über 100 Fahrzeuge standen zur Schau, und ihre Besitzer standen zum Fachgespräch parat. Wo der Treff 2018 stattfindet, ist noch unklar. Von Cristina Segovia-Buendía

Die Remscheider Treckerfreunde hätten sich für ihr elftes Treffen keinen besseren Tag aussuchen können: Nachdem sie im vergangenen Jahr ein verregnetes Wochenende erwischten, strahlte die Sonne diesmal mit ihnen um die Wette. Der Platz füllte sich mich zahlreichen Besuchern, vielen Familien mit Kindern und - was für alle Beteiligten noch erfreulicher war - mit zahlreichen motorisierten Schmuckstücken aus vergangenen Jahrhunderten.

"Das älteste Exemplar, das wir diesmal auf dem Platz stehen haben", verkündete Vereinsgründer und aktueller Schriftführer Manfred Dörpfeld stolz, "ist eine Dreschmaschine von 1880, die noch meinem Großvater mütterlicherseits gehörte." Selbstverständlich gab eine entsprechende Dreschervorführung für die Besucher.

Treckerfreund Gerd Arnold zeigte den vielen interessierten Besucher seinen polnischen Trecker "Ursus-C45" von 1930, der noch per Hand angelassen werden muss. "Richtige Handarbeit ist das", äußerte einer der Besucher überrascht und auch ein wenig fasziniert. Arnold holte mit der Scheibe Schwung und ließ sie rotieren und gleich darauf rumpelte der Trecker los. Der Motor hustete laut und brummte dann ohrenbetäubend vor sich hin. Zu sehen gab es außerdem noch eine Balancierübung der Trecker über eine Wippe, und ein anderes Gefährt mit Anhänger kutschierte die Besucher über den Platz. Jeder Treckerbesitzer hatte mit viel Liebe, Zeit und dem nötigen Kleingeld an seinen Traktor gewerkelt und geschraubt, um ihn auch fahrtüchtig zu erhalten. Eine Leidenschaft, die sich nur schwer beschreiben lässt. "Das ist wie für die, die Briefmarken sammeln, ein Hobby, wenn auch ein ziemlich kostspieliges", sagte Dörpfeld. Wer einen alten und noch gut erhaltenen Trecker kaufen wolle, müsse tief in die Tasche greifen und trotzdem noch Geld in die Hand nehmen, um das alte Landschaftsgerät wieder auf Vordermann zu bringen, erklärte der Vereinsgründer. "Es danach zu einem guten Preis wieder zu verkaufen, ist noch schwieriger, weil es kaum noch Interessenten gibt."

Aktuell gehören 23 Mitglieder dem Verein an, Tendenz sinkend. Den Nachwuchs für die Trecker zu begeistern, sei enorm schwierig. Im kommenden Jahr könnte der Treff aufgrund der Bauarbeiten für das DOC auf den Remscheider Schützenplatz verlagert werden. Er sei bereits mit der Stadt im Gespräch. Das größere Manko laut Dörpfeld: "Die Trecker müssten, um dort hinzugelangen, durch die Stadt und das machen viele Treckerfahrer nur sehr ungern." Er befürchte weniger Aussteller. "Aber das sind alles nur Spekulationen, wenn der elfte Treff vorbei ist, kümmere ich mich erst um den nächsten."

Quelle: RP
 
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