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Serie "was Wurde Aus . . .?"
Von der Förderschule an die Universität

Serie "was Wurde Aus . . .?": Von der Förderschule an die Universität
Hakan Eren (2.v.r.) 2008 im Remscheider Jugendrat. FOTO: TH (Archiv)
Remscheid. Für diese Serie haben wir mit ehemaligen Jugendräten Kontakt aufgenommen, um zu erfahren, wohin es die jungen Menschen nach ihrer Amtszeit verschlagen hat. Heute geht es um Hakan Eren, der von 2008 bis 2010 im Jugendrat saß. Von Cristina Segovia-Buendia

Hakan Eren gehörte von 2008 bis 2010 dem dritten Jugendrat an und setzte sich damals vor allem für die Umsetzung des ersten Remscheider Bewerbungscomics ein - ein Leitfaden für Jugendliche, die sich nach ihrer Schullaufbahn erstmals auf eine Ausbildungsstelle bewerben.

"Das war für mich ein sehr emotionales Projekt", erinnert sich der heute 27-Jährige, der den Aufstieg vom einstigen Förderschüler mit Legasthenie zum heute anerkannten Studenten der Freien Kunst in Düsseldorf geschafft hat. "Ich wollte damals vor allem Jugendliche aus Haupt- oder Förderschulen stärken und ihnen eine Hilfe bieten, um sich besser auf Bewerbungen vorzubereiten." Den Weg, den er dafür wählte, war die Kunst, die ihn auch heute noch begleitet.

Erens Themenschwerpunkte waren schon damals, kulturelle und sportliche Angebote für Jugendliche zu schaffen. Durch die Zeit im Jugendrat, sagt Eren, sei sein Selbstbewusstsein deutlich gestiegen. "Ich habe mich selbst und meine Stärken besser kennengelernt. Ich bin strukturierter geworden und habe gelernt, für meine Prinzipien einzustehen."

Heute steht der 27-Jährige kurz vor seinem Hochschul-Abschluss. Ein Weg, der nie leicht war: Von der Förderschule kämpfte er sich weiter, schaffte einen Realschulabschluss mit Qualifikation und bewarb sich ohne Abitur an der der Universität. Der erste Anlauf klappte zwar nicht, doch Eren blieb hartnäckig, bewarb sich ein zweites Mal und überzeugte schließlich mit seinem Talent.

Eren hat sich für die Bildhauerei entschieden, baut Objekte zusammen, die sich bewegen. Er gehört zur neuen Künstlerriege der kinetischen Kunst. "Das Studium war eine bewusste Entscheidung, obwohl ich jetzt erkenne, dass ich damals etwas naiv an die Sache herangegangen bin." Mit sehr viel Willenskraft und Fleiß hat er sich schließlich durchgekämpft. "Ich hoffe, dass ich nach meinem Studium auch von der Kunst leben kann", schmunzelt der Künstler. Gerne würde er auf dem Kunstmarkt durchstarten oder vorher noch ein Auslandsjahr in den USA wagen. Darüber hinaus hat sich der 27-Jährige vor zwei Jahren mit seinem Talent als Ballonkünstler selbstständig gemacht und erfreut regelmäßig bei verschiedenen Festen in Remscheid Kinder und Erwachsene mit seinen lustigen Ballonfiguren.

Seine Zeit im Remscheider Jugendrat sei für ihn auf seinem Lebensweg ein wichtiger Meilenstein gewesen, auch wenn er seitdem nicht mehr politisch aktiv war. "Ich bin zwar nach dem Jugendrat der SPD beigetreten, konnte mich dort aber bedingt durch Arbeit und Studium nicht so einbringen, wie ich es gewollt hätte." Dennoch: Die vielen Menschen, die er zu seiner Jugendratszeit kennenlernte, haben ihn auch weit über dieses Amt hinaus weiter begleitet. "Mit einigen stehe ich heute noch in Kontakt", sagt Eren.

Mittlerweile lebt Eren in Wuppertal, pflegt jedoch den Kontakt zu seiner Heimatstadt Remscheid und verfolgt wenigstens sporadisch, was seine Nachfolger tun. "Es wäre toll, wenn sich der jetzige Jugendrat wieder mehr für künstlerische und kulturelle Angebote stark machen würde, obwohl es auch wichtig ist, dass die Stadt Remscheid dahintersteht." Denn wo Kunst ist, ist sich Eren sicher, da ist auch Leben. "Und das macht eine Stadt für seine Bürger attraktiv."

Quelle: RP
 
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