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Remscheid
Vorpremiere für ein Konzert in Partnerstadt Pirna

Remscheid. Stadtkirchen-Chor und Heinrich-Schütz-Kantorei sangen im Musikalischen Abendgottesdienst der Lutherkirche. Von Gisela Schmoeckel

Am nächsten Wochenende werden die Heinrich-Schütz-Kantorei und der StadtKirchenChor gemeinsam zu einem Konzert nach Pirna reisen. Dort treffen sie sich mit dem Chor der Kirche St. Marien und bekräftigen erneut eine Chorfreundschaft, die die Remscheider Kantorin Ruth Forsbach nach der Wende begründete. Jörg Martin Kirschnereit und Ursula Wilhelm, beide im Kantorenamt der Luther- und der Evangelischen Stadtkirche, bereiteten das Konzert vor.

Das sehr anspruchsvolle Programm mit César Francks Kantate über den 150. Psalm und Petr Ebens Prager Te Deum erklang als Vorkonzert am Samstagabend im Musikalischen Abendgottesdienst, zu dem Jörg Martin Kirschnereit und Diakon Christian Busch an die 70 Besucher begrüßte. Sie freuten sich besonders, dass der Dortmunder Kapellmeister und Dirigent der Jungen Oper Michael Hönes an seine heimatliche Orgel zur Begleitung gekommen war, an der er in seinen Anfängen als Schüler gespielt hat.

César Francks hymnische Kantante begann mit einer tiefen Pedalmelodie, die für lichtvollere Bögen den Grund für einen vielfältigen Halleluja-Ruf. Machtvoll erklangen die Männerstimmen, in die wie in einem strengen, vorwärtstreibenden Schritt die Frauen einstimmten. Gewissheit und kraftvolle Stärke steigerten sich zu einem verherrlichenden Abschluss.

Die Predigt von Diakon Busch widmete sich dem Aufruf des Apostels Paulus zur Rüstung im Glaubenskampf aus dem 5. Epheserbrief. Busch erinnerte an das problematische Leben der Christen in der früheren DDR, die im Zeichen des Sozialismus den Atheismus förderte. Als "Waffenrüstung Gottes" führt Paulus den "Gürtel der Wahrheit", den "Brustpanzer der Gerechtigkeit" und den "Schild des Glaubens" an. Diese Waffen des Worts und des Geistes gäben auch heute den Christen Stärke gegen das Böse. Von starken rhythmischen Impulsen geprägt begann Petr Ebens TeDeum. Mit seinem Text wurde schon im vierten Jahrhundert die Herrlichkeit Gottes gepriesen. Ebens Musik setzt sich aus einzelnen, der Bedeutung der Worte folgenden, fragmentartig brechenden Teilen zusammen, die sich überschneiden, voneinander lösen. Expressive, stark von engen Dissonanzen und Clustern gefärbte Zusammenklänge und Blöcke schildern das Lob Gottes der ganzen Welt.

Im Sanctus Dominus des ersten Teils ergeben sich sanft schwingende Wellenbewegungen als Bild für den Gesang der Engel und Seraphine. Innere Erregung und Beruhigung lösen einander ab; sehr gut gestaltete der Chor die schimmernden Glissandi und zum Schluss die helle Hoffnung und Gewissheit.

Die Austeilung des Abendmahls begleitete der Chor im acapella-Gesang mit der Litanei "Herr Gott dich loben wir". In romantischen Registerfarben spielte Michael Hönes das Postlude von Jehan Alain als Nachspiel mit dämmrigen, dunklen Akkordlagen, in das die Melodik der Flötenregister mit warmem Licht hineinleuchtet.

Nach dem Gottesdienst bot die Lutherkirche bei Brot und Wein noch ausreichend Gelegenheit zum Gespräch.

Quelle: RP
 
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