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Bm-Serie Die Gesundmacher (ende)
Wieder beweglich mit neuem Gelenk

Bm-Serie Die Gesundmacher (ende): Wieder beweglich mit neuem Gelenk
Alles, was Patienten hilft: Chefarzt Dr. Martin Ulatowski zeigt hier ein Kniegelenk, eine Hüftprothese und ein Kniegelenksoberflächenersatz (v.l.). FOTO: jürgen moll
Remscheid. Dr. Martin Ulatowski, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Sana-Krankenhaus Radevormwald, sagt, dass zunächst eine gründliche Untersuchung erfolgt, bevor Therapiemöglichkeiten bis hin zur OP ausgelotet werden. Von Stefanie Bona

Remscheid Endoprothetik bedeutet, ein verschlissenes oder durch einen Unfall zerstörtes Gelenk durch ein künstliches zu ersetzen. Seit Anfang der 1960er Jahre gibt es diese Möglichkeit, um Betroffenen durch das Ersatzgelenk wieder ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Arthrose, also der Gelenkverschleiß, gilt immer noch als Erkrankung des fortschreitenden Alters. Aber: "Die Arthrosepatienten werden zunehmend jünger", weiß Dr. Martin Ulatowski, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie am Sana-Krankenhaus Radevormwald.

Eine eindeutige Ursache gebe es für diese Entwicklung nicht. "Übergewicht oder dauerhafte Fehlbelastungen können eine Rolle spielen", sagt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie spezielle Unfallchirurgie. Dass leistungsorientierter Sport ein Grund ist, kann er nicht bestätigen. "Es gibt Marathonläufer, die haben überhaupt keine Probleme mit Hüfte oder Knie. Andersherum kommen Menschen zu uns, die sich wenig bewegen und trotzdem unter Arthrose leiden", berichtet er von den Erfahrungen aus langjähriger Praxis.

Fest steht indes: Niemand muss dauerhaft mit den zunehmend stärker werdenden Schmerzen leben. Die moderne Medizin bietet eine Reihe von Therapieansätzen, wobei das Einsetzen eines künstlichen Gelenks immer der letzte Schritt sei, betont Dr. Ulatowski. Hüftbeschwerden äußern sich zumeist in Schmerzen in der Leiste, die bis ins Knie ausstrahlen können. Auch Einschränkungen aus der Ruhe, etwa nach längerem Sitzen oder dem morgendlichen Aufstehen, sind typisch. Knieprobleme zeigen sich in der Regel zunächst beim Laufen. Die Gehstrecke, die die Betroffenen beschwerdefrei zurücklegen können, wird zunehmend kürzer. Später kann sich dann ein Ruhe- bzw. Nachtschmerz einstellen.

"Arthrose ist ein wellenförmiges Krankheitsbild, das stetig voranschreitet", erklärt Martin Ulatowski. In den meisten Fällen schildern die Patienten ihre Beschwerden zunächst dem Hausarzt, der sie dann zur fachärztlichen Untersuchung zu einem Orthopäden schickt. "Primär geht es darum, das eigene Gelenk so lange wie möglich zu erhalten", betont der Chirurg. Medikamente zur Muskelentspannung oder zum Knorpelaufbau, Physiotherapie zum Muskelaufbau oder eine Intensivierung bestimmter, gelenkschonender Sportarten wie etwa Schwimmen könnten Erleichterung bringen.

Operativ kann eine Arthroskopie in Erwägung gezogen werden, zum Beispiel um bei einer Kniespiegelung einen gerissenen Meniskus zu nähen oder zu entfernen, gegebenenfalls auch Knorpel zu transplantieren. "Kommen die Patienten zu uns, werden nach einer gründlichen körperlichen Untersuchung, dem Einsatz der bildgebenden Verfahren wie Röntgen, MRT oder CT, wenn nötig Ultraschall und nach einem ausführlichen Gespräch alle Therapiemöglichkeiten besprochen", erläutert er. Für den Chefarzt liegt allerdings auf der Hand: "Schmerzmittel bekämpfen nur die Symptome, nicht die Ursache. Als Dauerbehandlung sind sie keine Alternative."

Führt am Einsetzen eines künstlichen Gelenks kein Weg vorbei, müssen die Betroffenen heute weder einen langen Krankenhausaufenthalt noch eine übermäßig lange Rekonvaleszenz befürchten. Die Operation erfolgt sowohl bei der Hüfte als auch beim Knie minimalinvasiv. Durch diese moderne Methode könne sehr gewebeschonend und blutsparend operiert werden.

Die moderne Computertechnik unterstützt die Operateure vor oder während der Operation, um Gelenkkomponenten optimal zu positionieren. Ob die gelenkersetzende Prothese zementiert oder nicht zementiert werden muss, entscheiden das individuelle Krankheitsbild, aber auch das Alter, die Größe und das Gewicht des Patienten sowie seine tägliche körperliche Beanspruchung.

Die im Sana-Krankenhaus Radevormwald eingesetzten Hüftimplantate sind immer aus Titan gefertigt, so dass allergische Reaktionen ausgeschlossen sind. Beim Kniegelenk stehen verschiedene Materialien zur Verfügung, hier wird der Erkrankte zu Allergien befragt und die Prothese ebenso auf seine Bedürfnisse abgestimmt. "Spätestens am Tag nach der Operation stehen die Patienten wieder auf den Beinen und die Physiotherapie beginnt sofort", erklärt Dr. Ulatowski.

Zum ganz überwiegenden Teil empfänden die Menschen durch eine Gelenkprothese kein Gefühl eines Fremdkörpers - weder direkt nach der OP noch Jahre später. Im Anschluss an den rund einwöchigen Krankenhausaufenthalt folgt eine ambulante oder stationäre Rehabilitation. Abhängig vom Genesungsfortschritt und von den individuellen Anforderungen, die der Beruf an die Patienten stellt, sind sie nach sechs Wochen bis zu einem halben Jahr wieder voll einsatzbereit.

Wenn ein Gelenk stabil eingesetzt sei, könnten durchaus Betroffene mit einem körperlich herausfordernden Beruf, wie beispielsweise Handwerker, ihrer Tätigkeit wieder ohne Einschränkung nachgehen. "Unser Ziel ist, den Patienten wieder ein schmerzfreies Leben zu ermöglichen", sagt der Mediziner.

Quelle: RP
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