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Rheinberg
Ärzteversorgung:KAB enttäuscht

Rheinberg. Ossenberg: Vorsitzender schrieb Bürgermeister und Fraktionen an - nur die Grünen reagierten. Von Uwe Plien

Wolfgang Sommer ist, vorsichtig gesagt, verstimmt. Als Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Ossenberg hat er sich eines Themas angenommen, dass er als eminent wichtig für den Ortsteil hält. Sommer und der KAB geht und ging es in erster Linie um die "äußerst unbefriedigende Situation" der Ärzteversorgung. Dr. Frank Tritt hat zum 1. Oktober die Praxis an der Kirchstraße, die er von Dr. Gisela Irawan übernommen hatte, aufgegeben. Der Kassensitz ist weg. Vor allem für die ältere Bevölkerung komme das einer Katastrophe nahe, sagt Sommer: "In unserem Ort gibt es nun keinen Arzt mehr. Die Kassenärztliche Vereinigung kann und darf nicht als ausschließlich verantwortliche Instanz genannt werden. Und auch nicht mehr ein einziges Geschäft befindet sich vor Ort. Zu der Situation Geschäftswelt hatte ich Ideen genannt, wie sie in Wardt angestellt wurden. Mit einem gehörigen Maß an Engagement ist es möglich, viel zu bewegen. Kamp-Lintfort ist dafür ein leichtendes Beispiel."

Diese Worte hatte Sommer nicht nur Bürgermeister Frank Tatzel, sondern auch den Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, Grünen, FDP und Linken geschickt. Der KAB-Vorsitzende: "Das erste Schreiben ist datiert auf den 22. September, daraufhin hat niemand von sich hören lassen. Erst als ich Mitte November noch einmal geschrieben habe, gab es immerhin eine einzige Reaktion - von den Grünen. Und daraufhin Ende November auch ein Gespräch mit Barbara Ettwig und Peter Mokros." Das Gespräch sei offen und freundlich gewesen, die Grünen haben sich nun mit Stadtplanerin Sonja Helmich in Verbindung gesetzt. Sie habe zugesagt, sich der Sache anzunehmen. Sollte nichts in Bewegung kommen, wollen die Grünen allein weiter unterstützen.

Von allen anderen gab es keine Reaktion. Sommer findet so ein Verhalten "nicht nur peinlich, sondern für mich nicht nachvollziehbar". "Ich kenne die Reaktion der Parteien, sie beklagen, dass Bürger sich mit ihren Anliegen direkt an den Bürgermeister wenden, statt die im Rat vertretenen Parteien einzubeziehen. Und dann tut dies ein Bürger, noch dazu im Namen einer großen Organisation, und es kommt absolut nichts. Fünf Parteien und der Bürgermeister reagieren nicht."

Inzwischen haben die Grünen von sich hören lassen. Sie hätten sich entschuldigt, dass sie zunächst nichts von sich haben hören lassen, räumt Sommer ein. Er ist skeptisch, dass sich an der Ärzte-Versorgung noch etwas machen lasse. Dennoch sollte man nichts unversucht lassen. Gleiches gelte für die Geschäftssituation. Sommer: "Es ist wichtig, dass in Ossenberg bald etwas in Bewegung kommt."

Quelle: RP
 
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