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Rheinberg
Applaus für einen großen Bürgermeister

Rheinberg: Bewegender Abschied für Hans-Theo Mennicken
Rheinberg: Bewegender Abschied für Hans-Theo Mennicken FOTO: Fischer, Armin
Rheinberg. Bewegender Abschied für einen, der viel bewegt hat: Hans-Theo Mennicken war elf Jahre Rheinberger Bürgermeister und hat fast 50 Jahre in der Stadtverwaltung gearbeitet. Er war ein Musterbeispiel für einen Kleinstadtbürgermeister. Von Uwe Plien

Es war ein bewegender Abschied für einen Mann, der viel bewegt hat. Hans-Theo Mennicken war elf Jahre Bürgermeister seiner Heimatstadt und hat bis auf fünf Monate 50 Jahre in der Stadtverwaltung gearbeitet - das Ende einer Ära. Ein großer Bürger dieser Stadt geht nun in den Ruhestand. Das wurde gestern in einer mehrstündigen Veranstaltung mit knapp 200 geladenen Gästen in der Stadthalle gebührend begangen.

Dabei wurde deutlicher denn je: Mit dem bald 64-Jährigen verliert die Stadt das Musterbeispiel eines Kleinstadtbürgermeisters. Großer Verwaltungssachverstand, extrem viel Bürgernähe und das Herz am rechten Fleck: Mennicken ist ein Original, das Rheinberg zum Glück als Ehrenamtler erhalten bleibt.

Hans-Theo Mennicken - elf Jahre Bürgermeister in Rheinberg FOTO: Rainer Kau�en

Erich Weisser, der gestern stellvertretend für den Stadtrat sprach. zitierte seinen FDP-Kollegen Herbert Becker. Der habe mal gesagt, Mennicken sei "das wahre Wunder von Rheinberg". Weisser berichtete mit einem Augenzwinkern aus dem Ratsleben und zollte "der unendlichen Geduld" des Bürgermeisters ebenso Respekt wie dessen Erkenntnis, "dass es sich mit einem Lachen auf den Lippen besser leben lässt". Mennicken habe sich stets als kluger Vermittler erwiesen, lobte der CDU-Mann. Und er sei einer mit "absoluter Heimatverbundenheit".

Das gestrige Programm war so vielfältig wie das Leben von "Jan-Thei". Verwaltung, Politik, Musik, Mundart, Karneval, Familie - es gab von allem etwas. Überrascht war Mennicken, dass Rhinberkse-Jonges-Präsident Clemens Geßmann moderierte. Gewohnt professionell und natürlich mit viel Humor. Geßmann erinnerte daran, dass "Menni" ein begeisterter Radfahrer sei und gerne große Touren unternehme. "Bei solchen Radtouren lernt man seinen Biss und seinen Willen kennen." Erfreut war die Hauptfigur, dass Besuch aus der Partnerstadt Hohenstein-Ernstthal angereist war. Erich Homilius, bis vor drei Jahren Oberbürgermeister, erzählt ihm, was sein Enkel ihm damals nach der Pensionierung gesagt habe: "Jetzt hast du zwar mehr Zeit für mich, aber du hast auch nichts mehr zu sagen." Mit dieser Erfahrung müsse nun auch Hans-Theo Mennicken als künftiger Ex-Bürgermeister klarkommen. Herbert Mertens und sein Salon & Swing Orchester versüßten den Abschied mit alter und neuer Musik, die Kinder der Klasse 4a der St.-Peter-Grundschule sangen für "unseren König Mennicken". Zwei Kollegen aus dem Stadthaus, Christian Nickenig und Kerstin Bühren, sangen frei nach Udo Jürgens über ihren Noch-Chef und das "Ehrenwerte Haus".

Was es mit "Außenterminen" und "wir4" auf sich hat, erfuhren die Gäste in einem Sketch von Winni Nickenig, Hacki Hackforth, Bernhard Evers und Käthi Spolders, die auf Platt vorschlugen, man könne die Bürgermeisterarbeit künftig doch auf vier Schulterpaare verteilen. Dabei gab es viel Applaus für die "gute Seele" Kirsten Pops: Mennickens Sekretärin hatte den Abschied maßgeblich vorbereitet.

Eine sehr persönliche Rede für die Stadtverwaltung hielt Dieter Paus als erster Beigeordneter. Er dankte für die gute Zusammenarbeit und unterstrich, dass Mennicken die Stadt und ihre Ortsteile mit einer intakten Struktur, mit guten Bildungseinrichtungen, einem stark von Ehrenamt geprägten Kulturprogramm und als erfolgreiche Klimaschutzkommune übergebe. Von Amtsmüdigkeit habe er bei Mennicken nichts feststellen können.

Und Jan-Thei selbst? Der wollte gar keine große Rede halten, nur ein Schlusswort. Er fühle sich sehr geehrt, dankte allen, die ihn begleitet haben und die er haben begleiten dürfen und erinnerte an ein Wort, das ihm einst sein Mentor Heinz Janssen mit auf den Weg gegeben und nach dem er stets gehandelt habe: "Denke immer daran, die Bürger der Stadt bezahlen dich, für sie musst du da sein." Auch einen anderen Tipp habe er befolgt: "Immer Stift und Papier in der Tasche haben, damit du dir die Sorgen der Bürger notieren kannst." Für gemachte Fehler entschuldigte sich Mennicken. "Aber wer arbeitet, macht nun mal Fehler", stellte er klar. Der Stadt, so versicherte er, werde er immer die Treue halten. Dann gab es stehend Beifall für einen großen Bürgermeister. Dass der die Bühne erst verließ, nachdem er noch einen kernigen Witz erzählte, versteht sich fast von selbst.

Weitere Fotos finden Sie im Internet unter www.rp-online.de/rheinberg

Quelle: RP
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