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Alpen
Blick richtet sich wieder auf alle Bahnübergänge

Alpen: Blick richtet sich wieder auf alle Bahnübergänge
Nach dem tödlichen Unfall am Hucker Weg hat in den Rathäusern das Nachdenken über die technisch ungesicherten Bahnübergänge eingesetzt. FOTO: Reichwein
Alpen. Nach Unfall: Alpen ist schon weit in der Analyse. CDU Xanten will keine Umlaufschranke in Birten, die Stadt Rheinberg interkommunal agieren. Von Bernfried Paus, Uwe Plien und Julia Lörcks

Der tödliche Unfall am Bahnübergang Hucker Straße hat den Blick auf die technisch ungesicherten Querungen über die Bahnlinie für den Pendelzug "Der Niederrheiner" (RB 31) geschärft und alte, bis heute nicht umgesetzte Bemühungen, die Sicherheit am Schienenstrang zu erhöhen, wieder auf die Tagesordnung gebracht. "Die alte Akte zur Flurbereinigung, um Bahnübergänge, die wir nicht brauchen, zu schließen, liegt wieder auf dem Schreibtisch", sagte Alpens Bürgermeister Thomas Ahls im Rat. Mitarbeiterin im Fachbereich Sicherheit, Maren Walterfang, berichtete vom Stand der Überlegungen der Verwaltung zu den fünf ungesicherten Bahnübergängen im Gemeindegebiet. Devise: keine Schnellschüsse.

Ein gutes Dutzend Anwohner hörte aufmerksam zu und machte anschließend deutlich, dass ihnen die Schließung als Weisheit letzter Schluss deutlich zu weit gehe. Der Bürgermeister ist froh darüber, dass die schon lange als gefährliche geltende Unfallstelle Hucker Straße, die nach einer Zählung der Bahn täglich im Schnitt von 119 Fahrzeugen gequert wurde, nun mit einer "provisorischen Umlaufschranke" gesichert ist (RP berichtete).

CDU-Fraktionschef Günter Helbig berichtete allerdings von einer möglichen neuen Gefährdung. Ältere Leute hätten erzählt, dass sie Schwierigkeiten hätten, ihre recht schweren E-Bikes durch die verschränkten Gatter zu manövrieren. Helbig brachte eine geschlossene Schranke in die Debatte, die auf Anforderung per Gegensprechanlage geöffnet wird. Der Bürgermeister allerdings denkt nicht, dass jemand so abgelenkt werde, dass er das Hubsignal des nahenden Zuges nicht mehr wahrnehme. Er begrüßte es ausdrücklich, dass die Querung "gegen den ausdrücklichen Wunsch der Bahn", weiter für Radwanderer und Fußgänger passierbar bleibt.

Maren Walterfang erläuterte den Analysestand zu den anderen Übergängen zwischen den Ortsgrenzen mit Rheinberg und Xanten: Keltenstraße Gilt durch die Einmündung Südstraße als "prekär", zumal in der Vegetationsphase die Sicht auf die Gleise nicht frei sei. Derzeit behindert der hoch wachsende Mais den Blick. Die Bahn hat hier 57 Fahrzeugbewegungen pro Tag gezählt. Die Zahl dürfte ansteigen, weil ein Übergang nun wegfällt. Anwohner gehen auf Basis ihrer Erfahrung davon aus, dass die Zahl deutlich zu niedrig ist. Hucker Straße Süd Der Weidezaun stehe schon lange der freien Sicht im Weg. Der Grundstückseigentümer habe nun eingewilligt, ihn zurückzusetzen. Doch nicht auf Dauer, weil er als Landwirt seine Fläche nur eingeschränkt nutzen könne. Gezählt wurden nur 16 Querungen am Tag. Mehr würden es nicht, weil die Fahrbahnqualität den Weg als Abkürzung disqualifiziere. Anwohner plädierten dafür, den Übergang offen zu halten. Der Hinweis "Anlieger frei", da gab's keinen Widerspruch, gehe in der ländlichen Abgeschiedenheit ins Leere. Graf-Gumprecht-Straße Nur 13 Querungen legen es nahe, auch hier eine Sperre einzubauen. Das werde geprüft. Ahls plädiert auch hier dafür, Radler nicht auszubremsen. Jägerruh' Mit 266 gezählten Fahrzeugen pro Tag der am stärksten genutzte Übergang. Maßnahmen müssten "sehr gut durchdacht" und mit Anwohnern und Landwirten erörtert werden, um zu "akzeptierten Lösungen" zu kommen. Das gilt auch für die anderen Übergänge. Rheinberg In Millingen gibt es zwei unbeschrankte Übergänge, an der Millinger und an der Ackerstraße. Bürgermeister Frank Tatzel begrüßt, dass die Alpener bereits über die Sicherheit konkret diskutieren und hält es für richtig, interkommunal vorzugehen. Ziel müsse sein, Gespräche mit der Bahn zu führen.

Quelle: RP
 
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