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Rheinberg
Eigentümer klagt gegen die Erhaltungssatzung

Rheinberg. Die Bemühungen, das Landhaus Steinhoff zu erhalten, war Thema eines gut besuchten Info-Abends der SPD in Budberg. Von Uwe Plien

Achim Körber, stellvertretender SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Rheinberg, staunte nicht schlecht. Und auch sein Budberger Parteikollege Friedhelm Kung war überrascht, dass fast 100 Frauen und Männer der Einladung zu einem Info-Abend in den Saal des Hotels Landhaus Steinhoff gefolgt waren. "Und das mitten in den Sommerferien", so Kung. Das Thema interessiert nun einmal im Ort.

Es ging um die von der SPD angestoßenen Bemühungen, das 1904 errichtete, ortsbildprägende Gebäude an der Bischof-Roß-Straße zu erhalten. Es unter Denkmalschutz zu stellen, lehnte die zuständige Behörde ab. In Rheinberg hat man sich für den Weg einer Erhaltungssatzung entschieden. Sie ist vom Rat mittlerweile verabschiedet worden.

Was eine solche Erhaltungssatzung bedeutet, erklärte Woytek Brzezinski vom Bauamt der Stadt Rheinberg. "Jeder Antrag auf Abriss des Gebäudes oder die Änderung der Fassade unterliegt jetzt der Kontrolle durch die Kommune", sagte er. Dabei sei das Ziel der Erhalt des Gebäudes - des Hauptgebäudes, um genau zu sein. Für die Nebengebäude gelten die Auflagen nicht.

Steinhoff sei ein für Budberg prägendes Gebäude mit Bedeutung als Treff- und Kommunikationspunkt, sagte Brzezinksi. Nehme der Eigentümer Umbauten ohne Genehmigung vor, sei dies eine zu ahnende Ordnungswidrigkeit. Allerdings gibt es auch den Fall, dass dem Eigentümer der Erhalt des Gebäudes aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr zugemutet werden kann. In einem solchen Fall könne ein Antrag auf Abriss erfolgreich sein.

Radomir Cerovic ist der Eigentümer des Steinhoff-Gebäudes. Und er war zusammen mit einem Freund zur Versammlung gekommen. Die beiden kündigten an, dass Cerovic gegen die Erhaltungssatzung eine Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht eingereicht habe. "Und zwar deswegen, weil der Eigentümer durch die Auflagen ganz schön eingeschränkt wird", wie es in der Satzung hieß.

Cerovic sagte, er fühle sich in der Sache "total übergangen". Von Seiten der Stadt habe niemand mit ihm gesprochen. Es könne nicht sein, dass er nur aus der Zeitung erfahre, was mit seinem Haus passieren soll. Ob er vorhabe, das Landhaus abzureißen, wollte der Eigentümer in der Sitzung nicht beantworten: "Das ist unsere Privatsache."

Aus der Stadtverwaltung war gestern allerdings zu erfahren, dass es bereits einen Termin im Stadthaus gegeben habe, bei dem der Eigentümer seine Pläne für die Neugestaltung des Areals in Budberg vorgestellt habe. Bei der Gelegenheit habe man ihn auch auf die Erhaltungssatzung angesprochen. Später habe es aber tatsächlich kein weiteres Gespräch mehr mit Cerovic gegeben.

In der Sitzung wollte man vermeiden, dass Cerovic sich fühle wie vor einem Tribunal. "Wir finden gut, dass Sie heute hierher gekommen sind", sagte Friedhelm Kung. Es gebe nun einmal ein großes öffentliches Interesse an dem Gebäude. Von daher sei es gut, wenn man miteinander im Gespräch sei.

Quelle: RP
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