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Rheinberg
Hotel am Fischmarkt wird heute eröffnet

Rheinberg: Hotel am Fischmarkt wird heute eröffnet
FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit freut sich Bauherr Franz-Walter Aumund heute mit 150 geladenen Gästen über das Haus im Herzen von Rheinberg. Er hat mehr als zehn Millionen Euro investiert. Von Uwe Plien

Architekt Martin Hebgen steht in der schicken Hotel-Lobby hinter der neuen Karussell-Drehtür - ungefähr da, wo früher die Eistheke von San Marco war. Er ist erleichtert. Kurz vor der Eröffnung des "Hotel Am Fischmarkt" in Rheinberg gibt es zwar noch reichlich Arbeit, aber das Meiste ist geschafft. Zweieinhalb Jahre nach Baubeginn kann Bauherr Franz-Walter Aumund heute mit 150 geladenen Gästen aus dem In- und Ausland die Eröffnung eines wahren Schmuckstücks feiern. Zweieinhalb Jahre, die manche Überraschung boten. Ein eingestürztes Kellergewölbe unter dem alten Ratskeller, eine sechsmonatige Zwangspause durch die Archäologen und das etwas zeitversetzt umgebaute Haus Nummer 5. Das ehemalige Eiscafé sei statisch so wacklig gewesen, dass unter anderem neue Decken eingezogen werden mussten, berichtet Martin Hebgen.

Doch von diesen Unwägbarkeiten und Problemfällen ist nichts mehr zu spüren. Plötzlich herrscht Leben hinter den alten, denkmalgeschützen und wunderschön hergerichteten Fassaden der vier Fischmarkt-Häuser. In allen Gebäudeteilen sind Menschen unterwegs und verbreiten eine positive Aufbruchstimmung. Wer sich im Hotel umschaut und den alten Zustand kennt, der kann nur noch staunen über das, was hier geschaffen wurde,

FOTO: Fischer, Armin (arfi)

37 Zimmer hat das Hotel in der Kategorie 3-Sterne Superior. "20 in der Kategorie Klassik, neun Komfort- und acht Deluxe-Zimmer", sagt Imke Opgen-Rhein, Geschäftsführerin der Aumund Immobilien GmbH. Zwischen 26 und 50 Quadratmeter sind diese Zimmer groß. Sechs haben Verbindungstüren und eignen sich beispielsweise für Familien. Die Zimmer sind ganz unterschiedlich zugeschnitten, sind stilvoll mit Parkettboden aus Räuchereiche und dunklen Holzmöbeln eingerichtet. Michael Kaiser, der Hoteldirektor, verweist auf die großen Schreibtische, "weil sich unser Haus in erster Linie als Business-Hotel versteht. So lässt sich hier abends noch gut arbeiten". Die Übernachtung im Einzelzimmer wird ab 99 Euro kosten, das Doppelzimmer ab 116 Euro. Ohne Frühstück. "Die ersten Buchungen liegen uns schon vor", so Imke Opgen-Rhein.

Architekt Hebgen hat den kunstvollen Spagat zwischen alt und neu geschafft, gut erkennbar an einer "Glasfuge" mit "Luftraum" - eine sichtbare Trennung der Gebäudeteile. Die alten Häuser sind im Erdgeschoss vom Zuschnitt her so geblieben wie früher. Der alte "Ratskeller" etwa hat nicht nur seinen gelben Schriftzug (einen neuen) wiederbekommen: Restaurant und Gaststätte ähneln dem, was vorher war. Sogar ein Stammtisch steht im Lokal. Ab morgen kann man dort essen oder sich an die Theke setzen. Geöffnet ist das Restaurant mit gut bürgerlicher Küche und 60 Sitzplätzen täglich von 11.30 bis 14.30 Uhr und von 17.30 bis 22.30 Uhr (dann schließt die Küche).

Hinter dem Schankraum schließt sich ein 200-Personen-Saal für Feiern und Tagungen an; er kann unterteilt werden. In der ehemaligen Pizzeria ist nun das Bistro Berka eingerichtet. Der Frühstücksraum befindet sich im ehemaligen Foto-Geschäft. Auch dort ist wie überall die Handschrift der Hamburger Innenarchitekten zu erkennen, die viele Anregungen des Bauherrn umsetzten, wie Imke Opgen-Rhein unterstreicht: "Herr Aumund hat sich persönlich sehr intensiv um die Innenausstattung gekümmert. Er hat da sehr konkrete Vorstellungen." Wie man hört, besonders in Beleuchtungsfragen: Die ungewöhnlichen Lampen im Hotel fallen sofort auf.

Im Keller schlägt das Herz der Wein und Sektkenner höher. Dort, im Gewölbekeller, liegt die "Vinothek" - eine kleine feine Weinstube mit Kühlräume für jeweils 1356 Rot- und Weißweinflaschen. Insgesamt verfügt das Fischmarkt-Hotel über sieben Kühlräume. Die werden überwiegend von der Küche genutzt, wo Franz-Benedikt Schulte (ehemals "Das Kleine Rote") als Küchenchef und Fabian Löll (ehemals "Lölleken") als dessen Stellvertreter wirbeln und sich mit ihrem Team auf die Arbeit freuen. Bis zu 200 Essen können die Köche auffahren.

Zum Haus gehört auch eine von der Hinterseite des Hotels erreichbare Tiefgarage mit 16 Stellplätzen. Die Gäste sollen den Komfort auch außerhalb des Gebäudes genießen. So wurde nach hinten heraus eine 350 Quadratmeter große Terrasse mit erhöhter Grüninsel angelegt. Und auch auf dem Fischmarkt wird man im Sommer wieder Getränke bestellen können. Was das Hotel genau gekostet hat, erfährt man nicht genau: "Ein zweistelliger Millionenbetrag", sagt Imke Opgen-Rhein.

Quelle: RP
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