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Alpen
Hotel will im Dorf eine Marke setzen

Alpen: Hotel will im Dorf eine Marke setzen
Das Feld für den Hotel-Bau an der Burgstraße ist bereits seit einigen Wochen geebnet (links). Diese Animation des Gebäudes (rechts) stellte das Büro van Gelderen jetzt erstmals öffentlich vor. Das Haus setzt mit seiner Eingangsverglasung einen Akzent, die aufgelockerte Fassade nimmt aber die Wucht. FOTO: Fischer"Garfik: Privat
Alpen. Verwaltung stellt in einer Anwohnerversammlung erstmals öffentlich die Pläne des Investors Hermann Janßen vor. An der "Burgschänke" soll ein Hotel mit 39 Zimmern entstehen. Kritik beschränkt sich aufs Umfeld und fehlende Parkplätze. Von Bernfried Paus

Am Anfang war noch Skepsis spürbar, doch die war nach den ersten Reaktionen schnell verflogen. Die Hotelpläne von Investor Hermann Janßen im Herzen von Alpen treffen bei den Anwohnern augenscheinlich auf Wohlwollen. Bürgermeister Thomas Ahls hatte die unmittelbaren Anlieger des Projektes an der Burgstraße ins Rathaus eingeladen, um die Pläne für das gastliche Haus mit 39 Zimmern, das unmittelbar an den Traditionsgasthof Burgschänke angebaut werden soll, eingehend zu erläutern, ehe nun am Freitag die förmliche Offenlage der Pläne beginnt.

Das Feld für den Hotel-Bau an der Burgstraße ist bereits seit einigen Wochen geebnet (links). Diese Animation des Gebäudes (rechts) stellte das Büro van Gelderen jetzt erstmals öffentlich vor. Das Haus setzt mit seiner Eingangsverglasung einen Akzent, die aufgelockerte Fassade nimmt aber die Wucht. FOTO: Fischer"Garfik: Privat

Bauplaner van Gelderen (Moers) präsentierte knapp 30 Zuhörern das, was zwischen Burgschänke und Haus Nr. 40 - die Fläche ist freigeräumt - entstehen und den Ortskern aufwerten soll. Auf dem Grundstück sollen über einer Tiefgarage, die von der Haakstraße aus angefahren wird, zwei Obergeschosse mit einem Staffelgeschoss errichtet werden. Im Erdgeschoss sind neben dem Empfang ein Frühstücksbereich und ein Tagungsraum geplant. Die zwei Ober- und das Staffelgeschoss beherbergen die 39 Zimmer - ein Hotel der Kategorie "Reisebus".

Das Haus setzt optisch selbstbewusst einen markanten Punkt im Dorfbild, nicht aufdringlich - mit einer untergliederten Fassade. Blickfang ist die Eingangsverglasung vorm Treppenhaus. Durch die "geschlossene Bauweise" fällt die Einmündung Haakstraße künftig weg. Für Fußgänger und Radler bleiben die Wege aber kurz. Für sie wird an der östlichen Gebäudeseite eine 2,50 Meter breite Passage durch den Hotelkomplex offenbleiben.

All das fand Wohlwollen. Hubert Scheeren formulierte es so: "Gut für Alpen, das so etwas hier gebaut werden soll, ein lebenswerter, attraktiver Ort." Die Nachbarn hielten sich nicht lange mit dem eigentlichen Bauprojekt auf. Nur einige fürchten Erschütterungsschäden in der Bauphase. Ansonsten wechselten die Begehrlichkeiten auf die andere Straßenseite, wo baurechtlich nur zwei Geschosse erlaubt sind. Da sei's eine Frage der "Gerechtigkeit", das das, was auf der einen Seite darf, auf der anderen auch möglich sein müsse. Sei's theoretisch auch, wenn der Rat den Bebauungsplan ändern würde, so die Verwaltung.

Dazu aber brauche es wie beim Hotel "einen Anlass". Ansonsten befassten sich die Anwohner überwiegend mit dem Mangel an Parkplätzen im Ortskern, mit schwerem Lkw-Verkehr auf der schmalen Hauptschlagader durch den Ort, mit der Qualitätsverlagerung des Einzelhandelsstandortes von der unteren Burgstraße in Richtung Lindenallee. Der Bürgermeister bekräftigte, dass sich mit Amaliengalerie und Hotel die Gestaltungsfrage für den Ortskern neu stelle. Dazu gehöre auch die Verkehrsführung. Politik und Verwaltung verfolgten das Ziel, Alpens Attraktivität zu steigern. Dass das Hotel dazu einen Beitrag leisten kann, bestritt niemand.

Quelle: RP
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