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Alpen
Landjugend-Gottesdienst auf dem Feld

Alpen. Beim Familientag in Veen wurde getanzt, gebetet und gegrillt. KLJB ist enttäuscht von der Kirchengemeinde. Von Erwin Kohl

"Zum 60-jährigen Jubiläum haben wir zu einem Familientag eingeladen. Der ist damals so gut angenommen worden, dass wir eine Neuauflage beschlossen haben", erzählt Gregor Keisers, zweiter Vorsitzender der Katholische Landjugend (KLJB) Xanten-Veen. "Tanzen bis sich alles dreht" lautete das Motto des Familientages und das aus gutem Grund. Denn die Tanzfläche befand sich direkt am Fuß einer großen Windkraftanlage an der Dickstraße. Sechs Euro Eintritt kostete das Tanzvergnügen auf der grünen Wiese, angehende Senioren (ab dem 30. Lebensjahr) hatten freien Eintritt. Zur Musik vom DJ Team Balu wurde bis in die Nacht durchgetanzt. "Unser besonderer Dank gilt dabei den Nachbarn. Niemand hat sich beschwert, dass es zu laut ist", freut sich Keisers. Die Anlieger dürften zur Belohnung den Landjugendschnaps "Dreher" bekommen. Dabei handelt es sich um einen eigens für die Fete hergestellten Riesling-Likör, abgefüllt von einer Brennerei aus Wetten.

Bis jedoch getanzt werden konnte, haben die 40 Aktiven während der Aufbauarbeiten ab Donnerstag "stündlich auf den Wetterbericht geschaut". Aber Petrus hatte ein Einsehen und auch die Feldmesse, mit der der eigentliche Familientag am Sonntag um 11 Uhr begann, blieb von Regen verschont. Was deren Ausrichtung betraf, gab es im Vorfeld allerdings eine herbe Enttäuschung für die Landjugend. "Unsere Kirchengemeinde hat sich geweigert, die Messe von der Kirche aufs Feld zu verlegen. Da hätten wir uns mehr Flexibilität gewünscht. Wir mussten sogar die Lieder ausdrucken, weil wir keine Genehmigung bekamen, das Gotteslob auszuleihen. Es ist wirklich schade, dass die Kirche im Ort ihre Jugend nicht unterstützt", findet Gregor Keisers. Zwar gab es das Angebot, einen Gottesdienst im Dorf abzuhalten, aber das kam für die KLJB aus logistischen Gründen nicht infrage. Also musste man aktiv werden und fragte beim Bistum Münster nach.

Von dort erklärte sich Pfarrer Bernd Hante spontan bereit, die Feldmesse zu leiten. Der Diözesanpräses der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) im Bistum Münster fand sofort die richtige Ansprache, verglich die Aufgaben der Landjugend mit Passagen aus der Bibel und ermutigte sie zur christlichen Nächstenliebe.

Während Pfarrer Hante sich noch bei jedem einzelnen Besucher verabschiedete, wurde im Hintergrund der Grill angezündet. Bei Würstchen und Koteletts und später im Cocktail-Zelt, das an diesem Tag eine Kuchentheke beinhaltete, fand sich die Gelegenheit zum lockeren Austausch. An die ganz Kleinen hat die KLJB ebenfalls gedacht. Die Kinder durften in Gokarts über die Feldwege brausen, sich auf der Hüpfburg austoben oder nach Herzenslust im großen Sandcontainer buddeln. Und am Ende stand für die Veener Jugendlichen fest: Das wiederholen wir im nächsten Jahr.

Quelle: RP
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