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Alpen
Lemken-Azubis bei Jugend forscht

Alpen. Mit dem Projekt "Die perfekte Furche" erreichen Miriam Opgenhoff und Tamara Hinze den zweiten Platz. Von Erwin Kohl

Wie bereits in den vergangenen Jahren richtete die Unternehmerschaft Niederrhein auch 2016 den Regionalwettbewerb "Jugend forscht" aus. Unter den 400 Jungforschern aus unterschiedlichsten Fachgebieten waren mit Miriam Opgenhoff und Tamara Hinze auch wieder zwei Auszubildende des Alpener Agrarunternehmens Lemken am Start und das sehr erfolgreich. Mit dem von ihnen entwickelten Projekt "Die perfekte Furche" landeten die Azubis im Fachgebiet "Arbeitswelt" auf einem beachtlichen zweiten Platz. Die Idee dazu kam der angehenden Mechatronikerin Miriam Opgenhoff beim Pflügen auf dem elterlichen Hof. "Damit der Pflug exakt im 90-Grad-Winkel und in der richtigen Tiefe in den Acker eintaucht, muss der Landwirt mehrmals vom Traktor steigen und immer wieder nachjustieren. Ich habe gedacht, das muss doch technisch lösbar sein", erklärt die Auszubildende aus Winnekendonk. Gemeinsam mit Tamara Hinze tüftelte sie in der Ausbildungswerkstatt an einer praktikablen Lösung. Herausgekommen ist eine kleine Box mit einem Display und integriertem Rechner sowie zwei Sensoren. Letztere messen die Lage von Zugmaschine und Pflug, geben die Daten an den Rechner weiter, der dem Landwirt wiederum auf die Nachkommastelle genau Winkel und Tiefe anzeigt. Das spart Zeit und vor allem wertvolle Energie.

"Schon wenige Grad Veränderung im Neigungswinkel können den Spritverbrauch hochtreiben", weiß Miriam Opgenhoff. Wie wichtig die Erfindung der beiden Azubis ist, beschreibt Firmeninhaber Viktor Lemken: "Ein Pflug leistet viel Arbeit und hat einen dementsprechend hohen Energiebedarf. Den Verbrauch der Traktoren zu senken, ist daher ein großes Thema." Von den 205 im Wettbewerb vorgestellten Projekten wurden nur zwei von Firmen unterstützt. "Viele Betriebe wollen die Zeit nicht investieren", sagt Personalchefin Christel Bühren. Anders bei der Firma Lemken, dort fördert man die innovativen Ideen seiner Mitarbeiter nach besten Kräften, stellt Materialien und Know-how zur Verfügung. So konnte Tamara Hinze den Modellpflug, der als Träger der Neuentwicklung dient, im Betrieb zusammen schweißen und lackieren oder half modernste Technik aus der Entwicklungsabteilung Miriam Opgenhoff bei der Suche nach einem Lötfehler auf der zentralen Platine.

Das Besondere an der Erfindung der Forscherinnen ist, dass sie für jeden Pflug nachgerüstet werden kann. Darüber hinaus will man beim Alpener Landmaschinenhersteller prüfen, ob die Technik das Potenzial zur Serienreife hat. "Die Damen werden zu Gesprächen mit unserer Konstruktionsabteilung eingeladen. Dort wird sich zeigen, was machbar ist", erläutert Viktor Lemken. "Wir sind auf jeden Fall inspiriert", ergänzt Gesellschafterin Nicola Lemken. Auf ihre Lorbeeren ausruhen möchten sich die Auszubildenden, die viel Freizeit für ihren Forscherdrang opfern und oft bis in den Abend in der Werkstatt tüfteln, aber nicht. In einem zweiten Schritt möchte man die Einstellhilfe voll automatisieren und sich damit erneut für den Wettbewerb anmelden.

Quelle: RP
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