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Rheinberg
Malen wie "Papst" und "Rembrandt"

Rheinberg: Malen wie "Papst" und "Rembrandt"
FOTO: Firma Riekötter
Rheinberg. Der Malerbetrieb Riekötter feiert sein 50-jähriges Bestehen in Rheinberg fünf Jahre später als geplant. Das von Petra Riekötter und Gregor Scholten geleitete Unternehmen hat heute mehr als 20 Mitarbeiter. Qualität ist gefragt. Von Uwe Plien

50 Jahre Malerbetrieb Riekötter in Rheinberg - dieses Jubiläum wollten Klaus und Petra Riekötter im Jahre 2011 gerne feiern. Doch das Schicksal meinte es alles andere als gut mit ihnen: Der Firmeninhaber erkrankte schwer und starb im Jahr darauf im Alter von gerade einmal 54 Jahren. Da war in dem Traditionsunternehmen niemandem mehr nach einer Feier zumute.

Seither ist viel passiert. Petra Riekötter hat den Betrieb weitergeführt und weiß mit Gregor Scholten einen Handwerkerfuchs an ihrer geschäftlichen Seite. Scholten arbeitet seit 1983 im Betrieb an der Bahnhofstraße und ist seit fünf Jahren in der Geschäftsführung. "Wir sind ein gutes Team und ergänzen uns perfekt", sagt die Diplom-Betriebswirtin. "Er erledigt das Handwerkliche, ich das Geschäftliche." Die 56-Jährige sagt allerdings auch: "Die ersten beiden Jahre nach dem Tod meines Mannes waren hammerhart. Vorher hat er sich um alles gekümmert, plötzlich waren die Kunden zurückhaltend, weil sie nicht wussten, ob die Firma überhaupt weitergeführt wird."

20 Mitarbeiter sind beim Malerbetrieb Riekötter in Rheinberg angestellt, der jetzt sein 50-jähriges Bestehen fünf Jahre später als geplant nachfeiert. FOTO: Armin Fischer

Da kam die Idee mit dem Mini gerade recht. Das schnittige Auto mit dem auffälligen Riekötter-Pinsel-Logo war überall in der Stadt zu sehen und signalisierte: Es gibt uns noch, und wir machen mit viel Energie weiter!

Inzwischen kann man sagen: Es fluppt wieder. 17 Gesellen, drei Auszubildende, einige Aushilfen und die beiden Chefs haben gut zu tun, um dem Anspruch des Hauses gerecht zu werden. Den umreißt Petra Riekötter so: "Wir sind ein Qualitätsbetrieb. Wir haben besonders gut ausgebildete Mitarbeiter." Was die Firmeninhaberin nicht verschweigt, ist dies: Auch Riekötter bekommt die Folgen des Facharbeitermangels zu spüren. Gregor Scholten drückt es so aus: "Es wird schwieriger, guten Nachwuchs zu finden." Die Kunden sitzen keinesfalls nur in Rheinberg. In Moers, Düsseldorf, Krefeld, Geldern, selbst in den Niederlanden sind die Leistungen des Malerbetriebs gefragt. Die fangen bei der Wohnzimmerrenovierung an und hören bei Wärmedämmung und Schimmelsanierung noch lange nicht auf. Kleinere Glasarbeiten, Bodenbelege, Putzarbeiten innen und außen, Fassadenanstriche und, und, und.

Apropos Fassaden: Firmengründer Karl-Heinz Riekötter sei einst wegen seiner guten Arbeit "der Fassadenpapst von Rheinberg" genannt worden, erinnert sich Gregor Scholten. Klaus Riekötter, der eine künstlerische Ader mit dem besonderen Auge fürs Detail hatte, hieß branchenintern "Rembrandt". Vielsagende Attribute für Vater und Sohn.

Karl-Heinz Riekötter (der aus dem Sauerland stammte und 1985 starb) gründete das Unternehmen 1959 in Emmerich. Mit seiner Frau Elisabeth (sie verstarb 2010) zog er schon bald nach Rheinberg. Der Maler- und Lackierermeister war zunächst beim Malerbetrieb Reppermund an der Goldstraße 1 beschäftigt. Er übernahm die Firma und zog mit Familie und Betrieb in das Nachbarhaus Goldstraße 3. 1977/1978 erfolgte der Umzug zur Bahnhofstraße. Das Haus hatte zuvor einem Schrotthändler gehört, es wurde über Jahre renoviert. Klaus Riekötter kam 1982 in den Betrieb und war zunächst Geschäftsführer. 1996 übernahmen er und seine Frau Petra die Firma.

Nun werden 55 Jahre Malerbetrieb Riekötter in Rheinberg firmen- und familienintern nachgeholt. Wenn die Gäste das Glas erheben, tun sie dies zum Wohle des Unternehmens, ganz sicher aber auch in bester und würdevoller Erinnerung an die beiden ehemaligen, viel zu früh verstorbenen Firmenchefs Karl-Heinz und Klaus Riekötter, die den Rheinberger Betrieb - jeder auf seine Weise - besonders geprägt haben.

Quelle: RP
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