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Rheinberg
Neue Anlaufstelle in der Reichelsiedlung

Rheinberg: Neue Anlaufstelle in der Reichelsiedlung
Anke Sczesny (rechts) leitet das neue Quartiersbüro an der Buchenstraße 6. Studentin Jana Lenders hilft mit. Die beiden Frauen wollen Anlaufstelle für die Bewohner in der westlichen Innenstadt sein. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Das Quartiersbüro West an der Buchenstraße ist eröffnet. Anke Sczesny und Jana Lenders sind Ansprechpartnerinnen. Von Uwe Plien

Die ersten Wünsche, auf weiße, fingerlange Streifen geschrieben, steckten gestern schnell in den kleinen Pflanztöpfchen - für ein "Frühbeet der Ideen". Tauschbörse, Wohnscouts, Repair-Café oder Kinderbetreuung - diese und andere Dinge können Rheinberger sich in ihrem Wohnumfeld vorstellen und haben die Wünsche deshalb aufgeschrieben. Aufgreifen werden solchen Ideen Quartiersmanagerin Anke Sczesny (sie hat eine halbe Stele) und ihre Mitarbeiterin Jana Lenders (acht Stunden pro Woche). Die beiden leiten ab sofort ein Büro in einem gerade einmal garagengroßen Ladenlokal an der Buchenstraße 6. Lange Zeit war hier eine Annahmestelle von West-Lotto untergebracht, jetzt residiert dort das Quartiersbüro West. Es ist zuständig für Menschen in der Reichelsiedlung, der ehemaligen Underberg-Siedlung und im Lützenhofgebiet (Allensteiner Straße etc.).

Das Ziel der Quartiersarbeiterinnen ist es insbesondere, den Stadtteil weiterzuentwickeln und die Lebenssituation der Bewohner zu verbessern. "Dabei fangen wir nicht bei Null an", machte Anke Sczesny gestern in ihrem Kurzvortrag vor Gästen deutlich. "Denn es gibt hier ja schon einiges: die Schulen, die beiden Kirchen, die Moscheegemeinde, die städtische Begegnungsstätte und auch die Investoren der Reichelsiedlung. Darauf können wir zusammen mit den Bürgern aufbauen." Dieses "Zusammen" ist eminent wichtig bei der Quartiersarbeit. Sczesny: "Wir möchten hier nichts vorgeben. Deshalb haben wir auch das Büro noch nicht gestaltet. Wir wollen erst wissen, was sich die Leute vorstellen." Die ersten Nachbarn kamen schon vor der Eröffnung der Anlaufstelle und erkundigten sich nach Sinn und Zweck des Büros. "Wir haben erst einmal nichts weiter getan, als uns vor die Tür zu stellen und freundlich zu grüßen", so Sczesny. Die Folge: Ruck, zuck kamen die beiden Frauen mit ihrer Zielgruppe ins Gespräch. Ein paar Jugendliche boten an, ihnen das Quartier bei einem Rundgang zu zeigen. Damit klar ist, wovon man spricht. Künftig stehen Anke Sczesny, die seit knapp sechs Jahren auch das Quartier Annaberg im Haus der Generationen (ebenfalls mit einer halben Stelle) leitet und Jana Lenders mittwochs von 14.30 bis 17.30 Uhr und freitags von 10 bis 13 Uhr als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung.

Einen ersten Auftrag hat ihnen der Sozialausschuss bereits mit auf den Weg gegeben: Viele Flüchtlinge, die in die Reichelsiedlung gezogen sind, verstehen nichts von Mülltrennung. Das gibt Ärger mit den Nachbarn. Gemeinsam soll nun nach einer Lösung gesucht werden. Das Damen-Duo ist übrigens nicht nur im Büro anzutreffen. Sczesny. "Wir ziehen auch mal mit der Bierbank durchs Quartier und führen Gespräche."

Das von der Stadt Rheinberg, der Grafschafter Diakonie, der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg, den Reichelsiedlung-Investoren und der Stiftung Wohlfahrtspflege finanzierte Projekt läuft zunächst befristet bis zum 31. August 2019. Thomas Höder, einer der Wohnungseigentümer in der Reichelsiedlung, glaubt an das Konzept. Deshalb stellt er sein Ladenlokal gerne zur Verfügung. Und will es auf seine Kosten in den nächsten Tagen verschönern lassen.

Kontakt: Telefon 01520 8754790; kontakt@quartier-isw-rheinberg.de. www.quartier-isw-rheinberg.de

Quelle: RP
 
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