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Rheinberg
Ein Hoch auf das Nachbarschaftsleben

Rheinberg feiert Nachbarschaftsfest
Rheinberg feiert Nachbarschaftsfest FOTO: Fischer, Armin
Rheinberg. 80 Jahre "Vereinigung der Historischen Pumpennachbarschaften Rheinbergs" - das wurde am Samstag mit einem großen Fest auf dem Rheinberger Markt gefeiert. Große Ehre für den vor zwei Jahren verstorbenen Christoph Schiffer. Von Uwe Plien

"Ein guter Nachbar ist besser als ein Bruder in der Fremde", weiß der Volksmund - und mit ihm wissen das viele Rheinberger. In der Stadt wird das Nachbarschaftsleben seit jeher groß geschrieben. Es gibt mehr als 50 Pumpennachbarschaften mit über 2000 Mitgliedern, die in einer Dachvereinigung organisiert sind, wie es sie weit und breit nirgendwo sonst gibt. Diese "Vereinigung der Historischen Pumpennachbarschaften Rheinbergs" - seit 1984 offiziell als Verein geführt - hat am Samstag ihren 80. Geburtstag mit einem großen Fest auf dem Markt gefeiert.

Die Party war lange und gut geplant worden. Es gibt ein Buch über die Nachbarschaften; das fand reißenden Absatz. Zelte und Pavillons waren aufgebaut. Das Blasorchester Lohmühle spielte zünftig unter der Leitung von Udo Henning, nachmittags legten die Xantener Musiker von "Sackers & Band" mit flotten Beats auf der Bühne hinter dem Alten Rathaus nach.

Wurde posthum zum Ehrenmeister über alle Pumpenmeister ernannt: Christoph Schiffer. FOTO: Armin Fischer

Schon um Punkt 11 Uhr hatte Karl-Heinz Borgers als "Meister über alle Meister" (so heißt der Vorsitzende der "Historischen") ein Fass Freibier gekonnt angeschlagen und die ersten Gäste begrüßt. Beim offiziellen Programmstart um 12 Uhr waren es schon ein paar hundert.

Und sie mussten keinesfalls darben. Es gab Getränke nahezu aller Art. Und es gab Kuchen. Gespendete Platten, Torten, Böden, alles Mögliche. "Über 50 Kuchen", sagte Christel Dormann von der Katholischen Frauengemeinschaf St. Peter, die die Leckereien mit ihren Kolleginnen Angelika Gohres, Karin Schmitz und Renate Geßmann unter die Leute brachte. Gleich nebenan, am Stand von "Creaktivo", schminkten Rese und Irene Kinder, während Dieter Ströbel sich um den Luftballonwettbewerb kümmerte.

Christel Dormann, Renate Geßmann, Karin Schmitz und Angelika Gohres von der kfd St. Peter (v.l.) freuen sich über mehr als 50 Kuchenspenden. FOTO: privat

Was macht denn nun Nachbarschaftsleben aus? Eine Antwort lieferte am Samstag Klaus Heise, Pumpenmeister der Nachbarschaft Wiesenstraße und Mitglied des Festausschusses: "Nachbarschaften sind Freud- und Leidgemeinschaften. Man feiert zusammen, findet Freunde, jeder hat ein Auge auf den anderen und man hält bis zum Tod zusammen. Bei einer Beerdigung wird dann der Sarg getragen."

Lang war die Liste der Gäste, die Karl-Heinz Borgers zu begrüßen hatte. Unter ihnen waren auch Beate Bergmann und Jakob Walkowski vom Hospiz Haus Sonnenschein, dem der Erlös aus Sticker- und Buchverkauf zugehen soll. Vorstands- und Festausschussmitglieder stellten dann die bisherigen "Meister über alle Meister" vor. Josie Schiffer übernahm den Part, an ihren Vater Christoph Schiffer zu erinnern. Schiffer, vor zwei Jahren plötzlich verstorben, war 21 Jahre Vorsitzender der Vereinigung. De Vorstand nutzte den festlichen Rahmen, um ihn zum Ehrenmeister über alle Pumpenmeister Rheinbergs zu ernennen. Er ist nach Carl-Hubertus Underberg der zweite, der diesen Titel zugesprochen bekommt. Eine schöne Würdigung des beliebten Rheinbergers.

Achim Schick, Schriftführer der "Historischen", steuerte eine kleine Ausstellung im Alten Rathaus mit Dokumenten aus dem Nachbarschaftsleben bei. Die offizielle Rede für die Stadt hielt die stellvertretende Bürgermeisterin Karin Winkel. Der Grund: Hans-Theo Mennicken befand sich noch auf der Rückfahrt von Berlin. Seine Tochter hat dort einen gesunden Jungen zur Welt gebracht - das zweite Enkelkind des Bürgermeisters.

Quelle: RP
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