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Alpen
Riesenapplaus für Räuber Brinkhoff

Alpen: Riesenapplaus für Räuber Brinkhoff
Hans-Heinrich "Struppi" Struberg (re.), umringt vom Orchester: Gestern sang ihm das Publikum ein Ständchen zum Siebzigsten. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Alpen. Das Historical ist am Wochenende zweimal mit überwältigendem Erfolg aufgeführt worden. Ein Ständchen für Struppi. Von Sabine Hannemann

Ausverkaufte Reihen, tosendes Publikum und jede Menge Szenenapplaus - Räuber Brinkhoff toppt alles. Die beiden Aufführungen des Historicals "Brinkhoff II - Ich bin wieder war" übertrafen alle Erwartungen. Anderthalb Jahre Probenzeit und zum Schluss fast tägliche Treffen haben sich gelohnt. Auf eindrucksvolle Weise gezeigt mit den Mannen des Alpener Männergesangvereins (MGV) Martonair, die ihr schauspielerisches Talent überzeugend unter Beweis stellten.

Mit der Inszenierung des zweiten Historicals aus der Feder von Theo Rous, unter der Regie von Winfried Cleve und der Musik von Hans-Heinrich Struberg, genannt "Struppi", um den Räuberhauptmann von Bönninghardt ist erneut ein wirklich großer Wurf gelungen.

Der Wilde Westen fängt irgendwo hinter Bönninghardt an: Die Sänger und Schauspieler brachten in ihrem Historical über Räuber Brinkhoff sogar ein Pferd auf die Bühne - wenn auch kein echtes. FOTO: Fischer, Armin (arfi)

Schon die Premiere am Samstag beflügelte das Ensemble: 30 Sänger, zehn Frauen und 13 Kinder unter der Leitung ihrer Dirigentin Lie Bruns, die extra aus Kaiserswerth angereist kommen, um dabei sein zu können. 13 Musiker gehören zum Orchester, das mal rockig, mal traditionell spielt. Hinter und vor der Bühne sorgten rund 90 Personen für eine sehenswerte Aufführung mit acht Spielszenen und wechselnden Bühnenbildern.

Schon anderthalb Stunden vor der Aufführung stand eine Traube von Menschen vor dem Schulgebäude. Sie erlebten gestern eine Aufführung, die nochmals für einen Paukenschlag sorgte. Struppi vollendete sein 70. Lebensjahr. Er musste sich auf Überraschungen gefasst machen. So gratulierte das Publikum gemeinsam mit dem Orchester mit einem Geburtstagsständchen. Während der Szene, die auf der Rheinberger Kirmes spielt, mischte sich ein im Stück unbekannter Mann auf die Bühne. Das Orchester hörte umgehend auf zu spielen. "Wer ist das auf der Bühne", hieß es. Der neue Bürgermeister, Frank Tatzel, Struppis Schwager, sorgte für eine Überraschung. Geheime Kommadosache, verriet Tono Baranowski vom MGV. So saßen auch im Publikum die Töchter von Struppis altem Freund Paul, die extra aus Österreich angereist waren. Nach der Pause nutzte Struppi die Möglichkeit, sich zu bedanken.

Mit acht Spielszenen und 24 Liedern, in die auch das Publikum eingebunden waren, ist für genügend Gesprächsstoff gesorgt. Die meisten singenden Darsteller kommen aus Alpen und sorgten mit ihrem Auftritt für zusätzliche Lacher, so etwa Ferdi Zimmermann als Pastor von Winnenthal oder als Rosine Beate Stöckmann, Tochter des ersten MGV-Dirigenten Hans Juchem wie Ludger Ricking als Teufel.

Besonderen Applaus erhielt Maike Wördehoff als Frau des Räuberhauptmanns Griet für ihre Musicalstimme. Ralf Palzer als Räuber Brinkhoff fiel plötzlich wegen Erkrankung aus. Rudolf Thiesies sprang ein. Vor der Aufführung versprach er Struppi, "der wichtigsten Person", dass alle ihr Bestes geben würden. Er sollte bis zum Schluss Recht behalten. Ende gut, alles gut auf Wolke sieben, der "Besserungsanstalt für Vogelfreie" im Himmel, dem Schlussbild. Das zweite Historical lebte von der Begeisterung und Spielfreude der Darsteller und der Überzeugung ihres Machers Struppi: Jeder kann singen.

Quelle: RP
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