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Rheinberg
Schützenfest im Naturschutzgebiet

Rheinberg: Schützenfest im Naturschutzgebiet
Der Schützen- und Kirmesplatz liegt an der Orsoyer Straße/Moerser Straße am Rande des Naturschutzgebietes, das sich (rechts zu sehen) entlang der L137 erstreckt. Dort leben geschützte Arten, denen Licht und Lärm an vier Tagen außerhalb der Kernbrutzeit nach Aussagen von Fachleuten nicht viel ausmachen. FOTO: C. Reichwein
Rheinberg. Königsschießen, Kirmes-Rummel, Kinderbelustigung und Höhenfeuerwerk dürfen auf der Schützenwiese am Rheinberger Kattewall stattfinden, obwohl sie im Naturschutzgebiet liegt - allerdings nur außerhalb der Kernbrutzeit. Von Uwe Plien

Kirmes und Schützenfest im Naturschutzgebiet - verträgt sich das? Diese Frage hatte der Rheinberger Oliver Meister aufgeworfen (die RP berichtete). Er kritisierte insbesondere das Höhenfeuerwerk, das inzwischen stattgefunden hat. Dieter Paus, Technischer Beigeordneter der Stadt, sagt dazu: "Es stimmt, die Schützenwiese ist bis zur Fahrbahn der Orsoyer Straße Naturschutzgebiet. Kirmes und Schützenfest können dort aber stattfinden, weil es für diese Veranstaltung eine Ausnahmegenehmigung gibt."

Bereits in den 90er Jahren habe es eine Standortuntersuchung gegeben, damals noch in Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Wesel (heute Untere Naturschutzbehörde). Die nach wie vor gültige Ausnahmegenehmigung gelte nur für das Schützenfest und sei zeitlich befristet.

Seit 2009 findet das Schützenfest komplett auf der Kattewall-Wiese an der Orsoyer Straße statt. Die Dreier-Gemeinschaft (Bürgerschützen, Michaelis-Bruderschaft und Sebastianer) wechselt sich mit der Ausrichtung ab. Bis 2008 fand das Schießen noch in der Grindkull hinter dem Pflegezentrum am Wiesenhof statt. Das Festzelt stand zu dieser Zeit schon am neuen Schützenplatz. "Der Umzug erfolgte damals sukzessive", erinnert sich Dieter Paus. Auch ein Teil der Kirmes-Fahrgeschäfte war bereits am Stadtrand postiert. Inzwischen wird auch das Preis- und Königsschießen dort durchgeführt, die Kirmes ist an diesem Platz untergebracht, ebenso die Kinderbelustigung.

Heinz Geßmann, Präsident der ausrichtenden St.-Sebastianus-Bruderschaft und seit Montagabend Schützenkönig, kann die Aufregung um das Höhenfeuerwerk nicht verstehen. "Das machen wir schon seit Jahren. Es gibt eine Genehmigung. In diesem Jahr sind wir mit der Abschussrampe sogar noch 50 Meter wieder zurück gegangen." Zudem seien nur Leuchtkörper und keine Böller für das Feuerwerk verwendet worden.

Klaus Horstmann, Fachdienstleiter beim Kreis Wesel für Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd und Fischerei, verweist auf den im Jahr 2009 neu aufgelegten Landschaftsplan Alpen/Rheinberg. Darin sei festgelegt, dass Veranstaltungen, die es schon sehr lange gibt, auch weiterhin stattfinden dürfen. Das Schützenfest gehöre dazu. Allerdings müsse Jahr für Jahr eine neue Genehmigung erteilt werden, was in Rheinberg der Fall sei.

Das Naturschutzgebiet umfasse die Bereiche Alter Rhein (Richtung Ossenberg), Jenneckes Gatt (Gewässer an der Umgehungsstraße) und den Niederungsbereich Niepgraben, zu dem auch die Schützenwiese gehört. Nasses Feuchtgrünland, Röhrichte und spezielle Gewässer seien Lebensräume für geschützte Arten wie den Eisvogel, den Flussregenpfeifer oder den Teichrohrsänger, aber auch für Kammmolche und Kreuzkröten. Klaus Horstmann: "Das Schützenfest mit Kirmes und Feuerwerk hat keine maßgeblichen Auswirkungen auf die geschützten Arten, zumal die Schützenwiese am äußersten Rand des Naturschutzgebietes liegt." Entscheidend für eine Genehmigung sei, dass die Veranstaltung außerhalb der Ende Juli, Anfang August endenden Kernbrutzeit stattfinde.

Quelle: RP
 
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