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Rheinberg
Städtische Kultur auf dem Prüfstand

Rheinberg. 11.258 Zuschauer reichten 2015 nicht aus, um die 28 Veranstaltungen der Stadt Rheinberg kostendeckend zu "fahren". Von Uwe Plien

Die Rheinberger Kulturprogramm ist für eine 32.000-Einwohner-Stadt nicht schlecht. Allein im Musikbereich ist das Spektrum durch das Engagement freier Veranstalter groß: Die Musikalische Gesellschaft sorgt seit Jahrzehnten für qualitativ hochwertige Klassik-Konzerte. Die Kulturinitiative Schwarzer Adler lässt nicht nur Größen von internationalem Format in ihrem Vierbaumer Lokal auftreten, sondern "serviert" auch Kabarett, Comedy und Ausstellungen. Die Reihe MI-Jazz versorgt in Kooperation mit der VHS und der Musikalischen Gesellschaft die Jazz-Freunde mit Top-Sound. St.-Peter-Kirchenmusiker Christoph Bartusek setzt mit der "Rheinberger Abendmusik" regelmäßig Akzente. Last but not least gibt es im Sommer das weit über Rheinbergs Grenzen hinaus geschätzte Open-Air-MAP-Festival am Pulverturm. Hinzu kommen von Chören wie der "Harmonie" selbst veranstaltete Abende oder Auftritte von Jugendbands im Zuff. Da dürfte für jeden etwas dabei sein.

Auch die Stadt macht Kultur: Schauspiel und Musiktheater, Kindertheater sowie Kabarett und Comedy. Für das Jahr 2015 zieht die Verwaltung eine positive Bilanz ihrer Kulturarbeit. 28 Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr, sie wurden von insgesamt 11.258 Zuschauern besucht. An der Spitze liegen Schauspiel und Musiktheater mit allein 5087 Besuchern.

Im Ausschuss für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur stellte die Verwaltung die Einnahmen und Ausgaben kurz und bündig gegeneinander. Die 2015 erzielten Einnahmen liegen bei 157.303.91 Euro, die Ausgaben bei 179.911,25 Euro. Der Zuschussbedarf liegt demnach bei 22.607,34 Euro. Hinzurechen müsse man noch eine interne Umlage von etwa 20.000 Euro für die Nutzung der Stadthalle. Wie hoch die genau ausfalle, könne man noch nicht sagen, weil der zuständige Fachbereich die Umlagen für 2014 und 2015 noch nicht ermittelt habe.

Kritiklos nahmen die Fraktionen im Ausschuss die Ausführungen nicht hin. Zwar rechnete Norbert Nienhaus (FDP) vor, dass ein jährlicher Zuschuss von 22.000 Euro umgerechnet auf die Einwohnerzahl nur etwa 1,40 Euro pro Kopf für Kultur bedeute. Ernst Barten (Grüne) jedoch sprach zwar von einem "vielfältigen Kulturangebot", erwartete allerdings einen Deckungsvorschlag für das Defizit. Und Angelika Sand (CDU) wies darauf hin, dass man nicht nur das Defizit und die Stadthallen-Umlage, sondern auch die Personalkosten für die vier Mitarbeiterinnen des Kulturbüros einrechnen müsse.

Michael Kuklinski (SPD) hielt die Zahl der Veranstaltungen im Vergleich zu anderen, Rheinberg vergleichbaren Städten für gering. "In Emmerich zum Beispiel ist das anders. Rheinberg könnte auch mehr Veranstaltungen vertragen." Er bat bezüglich des Defizits darum, bis zur Haupt-und Finanzausschusssitzung am 5. April einen Vorschlag zu machen, wie man die Eintrittspreise moderat anheben könne.

Quelle: RP
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