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Rheinberg
Verkehrsstress an der Bahnhofstraße

Rheinberg: Verkehrsstress an der Bahnhofstraße
Die 85-jährige Inge Wynen ist genervt vom Lärm und Schmutz durch die vielen Fahrzeuge auf der Bahnhofstraße. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Inge Wynen (85) wohnt zwischen Fossastraße und Bahnstrecke. Sie klagt über Lärm, Raserei und Gestank. Die Debatte u um Feinstaubbelastung sollte auch in Rheinberg geführt werden, sagt sie. Auch Anwohner der Fossastraße klagen. Von Uwe Plien

Es dauert nicht mehr lange, dann wird Inge Wynen 86 Jahre alt. Von Geburt an lebt sie an der Bahnhofstraße in Rheinberg, in einem Haus zwischen der Einmündung Fossastraße und den Bahnschienen. "Ich kenne die Bahnhofstraße gut, das können Sie mir glauben", unterstreicht die putzmuntere Seniorin. "Als Kinder haben wir die Fahrbahn als Spielstraße genutzt."

Daran ist heute nicht mehr zu denken, das weiß Inge Wynen nur zu genau. Der Verkehr hat in all den Jahren immer weiter zugenommen. "Ich habe den Eindruck, spätestens seit die Autobahn 57 hier vorbeiführt, fährt ganz Rheinberg über die Bahnhofstraße in die Stadt. Der Verkehr ist oft unerträglich."

Die vielen Autos und die damit verbundenen Begleiterscheinungen seien für Anwohner wie sie sehr unangenehm. "Wir kriegen den Dreck so richtig mit", sagt die 85-Jährige. Staubige Fenster, dazu Lärm und Gestank - das sei "ganz alltäglich, wenn man an der Bahnhofstraße wohnt".

Besonders extreme Zustände herrschten, wenn einmal pro Stunde die Regionalbahn einlaufe und die Schienen unten sind. "Das müssen Sie sich mal anschauen", macht Inge Wynen deutlich. "Die Autoschlange reicht an manchen Tagen und zu bestimmten Uhrzeiten bis hin zum Außenwall." Man könnte auch sagen: beinahe durch die halbe Stadt.

Besonders ärgerlich sei es, dass - so die jahrelangen Beobachtungen der Rheinbergerin - die meisten Autofahrer beim Warten vor der Schranke die Motoren ihrer Fahrzeuge nicht abstellten. Dann wird es richtig unangenehm. Die Fenster könne man dann nicht geöffnet lassen.

"Einmal habe ich mir die Mühe gemacht, bin auf die Straße gegangen und habe einen Autofahrer freundlich gebeten, den Motor abzustellen", erinnert sich Inge Wynen. "Der war ganz erstaunt und hat das auch sofort gemacht." Aber man könne ja nicht permanent rausgehen und auf die Autofahrer einreden.

Inge Wynen wünscht sich, dass die Stadt aktiv eingreift. "Bundesweit läuft die Feinstaubdebatte", sagt die Anwohnerin. "Da frage ich mich, warum die Stadt nicht mal hingeht und auch bei uns die Belastung misst. Ich bin mir sicher, dass dabei erschreckende Zahlen herauskommen würden. Bei uns muss unbedingt was passieren, sonst hält man es nicht mehr aus."

Die Rheinbergerin hat die Diskussion um den Verkehr auf der Römerstraße und die Bemühungen, vor der Römer-Apotheke eine Verkehrsberuhigung zu erreichen, mitverfolgt. Vor der Apotheke 38 an der Bahnhofstraße sei die Situation auch nicht besser, findet die Rheinbergerin, sie sei sogar eher noch schlimmer. "Dort ist es sehr gefährlich. Autofahrer, die aus der Fossastraße kommen und in die Bahnhofstraße abbiegen, müssen höllisch aufpassen, nicht in einen Unfall verwickelt zu werden. Dort wird viel zu schnell gefahren."

Inge Wynen hofft, dass die Stadt sich die Situation genau anschaut und Gegenmaßnahmen ergreift. "Die Bahnhofstraße wird wirklich zum zunehmenden Problem. Für Anwohner wie mich ist das oftmals nicht mehr erträglich."

Ganz unabhängig von dem, was Inge Wynen vorbringt, mehren sich auch Beschwerden von Anwohnern der Fossastraße. Seit vielen Jahren versuchten sie, sowohl die Polizei als auch die Stadt davon zu überzeugen, dass sie einmal mit der Laserpistole auf der Fossastraße die oben aus der Reichelsiedlung beziehungsweise dem Baugebiet Allensteiner Straße ankommenden Autos im Abschnitt zwischen Stettiner Straße und Kolpingstraße kontrolliert. Dort gilt Tempo 30, tatsächlich werde aber oft deutlich schneller gefahren. Statt auf der Fossastraße werde aber zum Beispiel meist auf der Bahnhofstraße hinter dem Dienstleistungsbetrieb geblitzt. "Da ist bekanntermaßen Tempo 50, obwohl man locker 70 fahren kann und niemand gefährdet wird", so ein Anwohner. "Aber das Gebüsch bietet ja wunderbaren Schutz zum Verstecken."

Quelle: RP
 
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