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Alpen
Von Mensch zu Mensch - Projekt macht Schule

Alpen: Von Mensch zu Mensch - Projekt macht Schule
Thomas Janßen, zweiter Mann im Rathaus, und Vize-Bürgermeister Kurt Verhülsdonk (oben v.l.) überreichten den Realschülern Urkunden für ihr soziales Engagement. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Die Gemeinde zeichnete 15 Realschüler aus, die sich in ihrer Freizeit um Senioren und Behinderte kümmern. Lob für den Lehrer. Von Erwin Kohl

Seit drei Jahren gibt es in Alpen die Aktion "Hilfe von Mensch zu Mensch" - eine Initiative des Arbeitskreises Senioren der Dorfwerkstatt. Die Idee: Realschüler helfen bedürftigen, meist älteren Menschen, im Alltag. Ob gesellige Spielerunden im Marienstift, Spaziergänge mit den Bewohnern der Wohneinrichtung vom LVR-HPH-Netz Niederrhein an der Haagstraße oder Computerkurse: Die Zehntklässler der Realschule sind gefragt und helfen gerne. Jetzt erhielten sie als Anerkennung ihres Engagements im Ratssaal im Rahmen einer kleinen Feierstunde eine Ehrenurkunde der Gemeinde.

Die kann durchaus das entscheidende Plus für den weiteren Lebensweg sein, denkt Klassenlehrer Dennis Offermann: "Gerade wenn man sich für einen Beruf im sozialen Bereich entscheidet, wirkt sich eine solche Urkunde in der Bewerbung bestimmt positiv aus." Der Pädagoge ist selbst mit ganzem Herzen dabei und betreut die Angebote. "Wenn ich zu den Menschen gehe, die von unseren Schülern betreut werden, blicke ich ausnahmslos in strahlende Gesichter", so Offermann.

Karl-Heinz Theberath, Mitinitiator der Aktion, hob die soziale Kompetenz hervor, mit der sich die Schüler eingebracht haben. Thomas Janßen bedankte sich als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters im Namen aller Alpener: "Das Ehrenamt ist für die Gemeinde und ihre Bewohner, aber auch für die Schüler enorm wichtig. Eine bessere Schule als das Ehrenamt kann man gar nicht haben." Besonderen Dank richtete Karl Julius von der Dorfwerkstatt an den Klassenlehrer: "Wir haben als Dorfwerkstatt damals nur den Anstoß gegeben. Der Motor des Ganzen aber ist Dennis Offermann."

Neben den Schülern waren auch Menschen ins Rathaus gekommen, die von der Aktion profitieren. Eine davon ist Adele Bärmann, die Jannik Wittmann in 70 Stunden fit gemacht hat für den Computeralltag. Ihr Wissen kam dem Helfer jetzt zugute. "Er hätte den Termin glatt versäumt, wenn ich ihm den gestern nicht gepostet hätte", berichtete die 77-Jährige, die mittlerweile eine eigene facebook-Seite als Anlaufstelle betreibt.

Hilfe ganz anderer Art leisteten Marcel Paulsen und Tom Busch. Die beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, im Amaliencafé die Gäste zu unterhalten. "Wir haben Spielenachmittage angeboten, gemeinsam Lieder gesungen und die Tische eingedeckt. Was halt so anfällt in dem Café", erzählt Marcel Paulsen, als sei diese Art der generationenübergreifenden Hilfe für ihn selbstverständlich. Für die Alpener Realschüler scheint es das zu sein. Auch für das neue Schuljahr ist Dennis Offermann guter Dinge: "Es sieht gut aus; zehn Schüler haben sich schon für die Aktion gemeldet, und die Senioren brauchen wir nicht zu fragen." Auch die Sekundarschule steht schon in den Startlöchern.

Quelle: RP
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