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Alpen
Wasserwerk: Kündigung erst der Anfang

Alpen: Wasserwerk: Kündigung erst der Anfang
Das KWW-Wasserwerk in Wardt ist nur eine von vier Quellen zur Versorgung der Haushalte in den vier Kommunen mit Frischwasser. FOTO: Reichwein/Archiv
Alpen. Alpens Bürgermeister Thomas Ahls, Sprecher der Gesellschaftgerversammlung, verteidigt die Trennung von der Niag. Für die Bürger ändere sich nichts. Für Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten gebe es strategische Chancen. Von Bernfried Paus

Die Kündigung ist raus. Doch die Trennung der Geschäftsbeziehung zwischen dem Kommunalen Wasserwerk (KWW) und der Niag, genauer von ihrer Tochter Aqua Remondis, zieht sich noch ein Weilchen hin. Erst am 1. Januar 2019 nehmen die vier Kommunen Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten das operative Geschäft zur Versorgung ihrer Bürger mit Trinkwasser komplett in die eigenen Hände und verzichten fortan auf die Dienste der Niag-Tochter. Die Trennungsabsicht ist trotz des Bemühens, sie möglichst lautlos abzuwickeln, dann doch von Misstönen begleitet worden (RP berichtete).

Insbesondere der Rat des größten Anteilseigners Rheinberg sperrte sich bis zuletzt. Und vor allem aus dem Lager der FDP gab's politischen Gegenwind. Alpens Bürgermeister Thomas Ahls, Sprecher der Gesellschafterversammlung, kann den aufgekommenen Unmut nur sehr bedingt verstehen. Die Risiken seien kalkulierbar. Sie gingen gegen Null. Dagegen stünde der Gewinn neuer Möglichkeiten für die vier Eigentümer-Kommunen, die über die Wasserversorgung hinausgeht. In den Hinterköpfen reift die noch nicht sehr konkret ausgestaltete Idee interkommunaler Stadtwerke. Unter deren Dach könnte beispielsweise künftig auch die Müllabfuhr abgewickelt werden.

Unterm Strich würde sich für die Bürger in den vier Kommunen spürbar nichts ändern, so Thomas Ahls. Das Wasser - es kommt weiter aus dem KWW-eigenen Brunnen in Wardt, vom Wasserverbund Niederrhein, von der Enni und den Weseler Stadtwerken - sprudele weiter aus der Leitung. Auch die Gebühr für Frischwasser werde, wenn überhaupt, allenfalls unwesentlich in Bewegung geraten - "jedenfalls nicht durch die Beendigung der Geschäftsbesorgung durch die Niag und die Übernahme in die eigene Regie." Aktuell kostet der Kubikmeter Wasser 1,38 Euro. Hinzu kommt die durchschnittliche Grundgebühr je Anschluss von 15,41 Euro im Monat.

Die Bürgermeister und Räte würden sich durch die Übernahme der Geschäfte den alleinigen Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft und ihre strategische Ausrichtung sichern. Die Widerstände in Rheinberg erklärt sich der Alpener Bürgermeister mit der "traditionellen Nähe der Akteure im Stadthaus mit der Niag". Deren Lockungen durch eine finanzielle Verbesserung in sechsstelliger Höhe bezeichnet Ahls weiter als "rein bilanzielle, also theoretische Größe", die nicht ins Gewicht falle. Das KWW, das seinen Sitz in Rheinberg behalten soll, werde nach den Ferien die Geschäftsführerstelle ausschreiben. Der Amtsinhaber Otfried Kinzel, der Mitte nächsten Jahres in den Ruhestand geht, soll seinen Nachfolger von Januar an einarbeiten. Außerdem soll mit dem einen Dutzend Mitarbeitern - Verwaltung und Netztechnik - der Übergang geregelt werden. Sie sollen analog zum Tarif des öffentlichen Dienstes beschäftigt werden. Ahls erwartet auch hier keine Probleme: "Die Identifikation mit der Gesellschaft ist sehr ausgeprägt."

Das zu erwartende Plus bei den Personalkosten könne durch Wegfall Aufwendungen für die Geschäftsbesorgung an die Niag mehr als aufgefangen werden. Da aber Dienstleistungen wie die EDV-Betreuung, bislang von der Niag mitgeliefert, eingekauft werden müssten, sei die Neuaufstellung des KWW finanziell ein Nullsummenspiel. Das eigenverantwortliche Management der Wasserversorgung bleibe unterm Strich praktisch ohne Auswirkungen, eröffne aber perspektivisch neue Möglichkeiten auf anderen Feldern. Diese Freiheit will sich das Quartett nehmen.

Quelle: RP
 
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