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Rheinberg
Wohnen am alten Schloss?

Rheinberg. In Zeiten zurück gehender Schülerzahlen werden manche Schulstandorte entbehrlich. Das kann Chancen eröffnen, wie sich zurzeit schon in Duisburg zeigt. Auch in Rheinberg sind interessante Perspektiven denkbar. Von Rainer Kaussen

Die Schülerzahl in Nordrhein-Westfalen wird binnen zehn Jahren um ein Sechstel sinken. Wie tief reichend die Folgen dieser nüchternen Kalkulation des Landesamtes Information und Technik sein werden, lässt sich schon heute im Rheinberger Stadtteil Ossenberg miterleben: Dort ist das Ende der Grundschule bereits besiegelt – es gibt schlichtweg nicht mehr genug Kinder. Eine Wiederholung dieser schmerzlichen Erfahrung in anderen Stadtteilen – sie ist eher wahrscheinlich als undenkbar.

Montessori zur Schulstraße?

Allerdings kann ein so ernüchterndes Ende auch der hoffnungsvolle Anfang einer interessanten Entwicklung sein. Das zeigt zurzeit der Blick nach Duisburg: Dort, im Stadtteil Rumeln-Kaldenhausen, bekommt ein neues Wohnbauprojekt Konturen – auf einem ehemaligen Schulgelände. Auf dem Grundstück der ehemaligen Kirchfeldschule sollen Bauflächen für Geschosswohnungsbau ausgewiesen werden, altersgerecht und barrierefrei; außerdem ist eine Bebauung mit Einfamilienhäusern vorgesehen.

Ob das ein Beispiel für Rheinberg sein kann, wird sich noch zu diskutieren sein. Ganz sicher muss klug überlegt werden, was aus demnächst leer stehenden Schulgebäuden werden kann. Kreativität sollte Trumpf sein beim Ausloten von Möglichkeiten, die sich auftun könnten. Etwa im Rheinberger Stadtkern. Dort zeichnet sich ab, dass die Paul-Gerhardt-Schule als erste aus dem Trio der Innenstadt-Grundschulen herausgelöst werden wird. Wenn in deren Gebäuden an der Schulstraße Räume frei werden – könnte dort nicht die Maria-Montessori-Schule eine neue Heimat finden?

Top-Lage

Auf einen Schlag wäre nur ein paar Schritte vom Herzen der Innenstadt genau das möglich, was sich nun in Rumeln-Kaldenhausen anbahnt: die Entwicklung eines kompletten neuen Wohngebietes, in attraktivem Umfeld. Der Schulbereich an der Kurfürstenstraße ist eine Top-Lage in Rheinberg: ruhig gelegen, dennoch zentral. Dort, wo einst das Rheinberger Schloss stand. Wohnen, wo einst der Kurfürst lebte – das könnte auf mittlere Sicht ein Thema werden, das in die politische und planerische Diskussion Einzug halten wird.

Quelle: RP
 
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