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Rheinberg
"Wohnzimmer" City: Umbaupläne wühlen auf

Rheinberg: "Wohnzimmer" City: Umbaupläne wühlen auf
Busse sollen auch künftig den Durchgangsverkehr in Rheinbergs Innenstadt ausbremsen. Auf welchem Untergrund sie künftig fahren, ist offen. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Planer hat im Bauausschuss erstmals Alternativen für die Umgestaltung des Bereiches zwischen Holz -und Fischmarkt vorgestellt. Die Politik reagierte im höchsten Maße verstört. Von Bernfried Paus

Schon der dezente Hinweis, dass im Zuge der Umgestaltung des historischen Stadtkerns nach dem Großen Markt im nächsten Jahr der Bereich Holz- und Fischmarkt an der Reihe sei, hatte zum Aufschrei der Kaufleute geführt. Als jetzt Planer Reinders seine konkreten Planungsalternativen im Bauausschuss erstmals öffentlich gemacht hat, stimmte die Politik - fast geschlossen - in den Protestchor ein. Viel zu aufwendig, viel zu pompös und viel zu teurer - so der Tenor der hitzig geführten Debatte.

Das kam für den Technischen Beigeordneten Dieter Paus wenig überraschend. Er rechnet am Dienstag, wenn die Bürger über die Planalternativen informiert werden (Info-Box) nicht mit Beifallsstürmen. Die Politik jedenfalls zeigte sich "erschrocken" bis "enttäuscht", plädierte unisono dafür, "so wenig wie nötig" ins Straßenbild einzugreifen.

Der Planer präsentierte drei Varianten, die alle das Verschwinden des roten Pflasterbandes beinhalten. Es soll durch Asphalt ersetzt werden, weil hier mehr als 130 Busse täglich durchfahren und eine Pflasterung arg malträtieren würden. Dann soll in Variante eins die Fahrbahn, die heute parallel zur Geschäftsfassade parallel hin zum Lindenplatz geführt werden.

Das schaffe deutlich mehr kundenfreundlichen Platz vor den Geschäften, so die Überlegung. Schmale Bäume könnten das Bild aufhübschen. Der seitliche Klinker "als Einfassung des Wohnzimmers Stadtkern" könnte erhalten bleiben. Die beiden Märkte um die Pumpen sollten großzügiger ausfallen und sich - eventuell durch Poller abgegrenzt - gastronomisch einladend ins Umfeld einfügen.

Variante zwei will die Fahrbahn da belassen, wo sie heute verläuft, aber das rote Pflaster - das vielen Politikern aber heilig scheint ("das Einzige, was hier funktioniert") - auch durch Asphalt ersetzen. Die dunklen Steine daneben sollen durch Pflasterung in Anlehnung an den Großen Markt ersetzt werden.

Die Variante drei sieht vor, dass die Fahrbahn zwischen beiden Bushaltestellen hindurch 18 Zentimeter tief abgesenkt und mit Hochborden versehen werden, um das Einsteigen barrierefrei zu gestalten. Der Preis: Hier entstehen Stolperkanten für Passanten. Der Planer hält von dieser Lösung wegen des "Busbahnhofcharakters" wenig.

Beigeordneter Paus beteuerte, dass es sich um "maximale Vorstellungen" handele und nichts in Stein gemeißelt sei. Der Kostenrahmen liege "realistisch", so der Planer, bei 600.000 Euro. 40 Prozent muss die Stadt zahlen. Paus ließ sich nicht locken, eine Aussage über Anliegerbeiträge zu machen. Die Baumaßnahmen würden gut ein halbes Jahr dauern. Es sei keine Großbaustelle zu erwarten. Die Geschäfte blieben durchgängig zugänglich.

Quelle: RP
 
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