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Solingen
Aktionswoche Alkohol will aufklären

Solingen: Aktionswoche Alkohol will aufklären
Alkohol - weniger ist besser, meinen (v.l.): Gabriele Kirchner (Caritas), Dr. Christiane Erbel (Elternkreis), Anja Hufschmidt (Jugend- und Drogenberatung), Martina Schubert (Stadtdienst Gesundheit) und Dirk Wegmann (Blaues Kreuz). FOTO: Martin Kempner
Solingen. Vor allem Jugendliche sollen bei der am Samstag beginnenden Aktionswoche angesprochen und auf die Gefahren des Konsums aufmerksam gemacht werden, mit Straßentheater und dem Blick durch die Rauschbrille. Von Annemarie Kister-Preuss

Oberstufenschüler des Humboldtgymnasiums haben sich dem Thema künstlerisch genähert. Ihre Arbeiten werden auf zehn Großplakaten zu sehen sein, sie alle befassen sich mit Alkohol und Sucht. Alkohol macht einsam, Alkohol macht schlapp, Alkohol macht lebendig sind zum Beispiel Slogans, die neben den Motiven stehen, die während der gesamten Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Juni im Stadtgebiet zu sehen sein werden.

Die Aktionswoche findet bundesweit zum fünften Mal statt und sie wird koordiniert von der Hauptstelle für Suchtgefahren, erläutert Martine Schubert vom Stadtdienst Gesundheit. In Solingen sind neben der Stadt das Blaue Kreuz, die Guttempler Gemeinschaft, Eltern helfen Eltern, Al-Anon, die Caritas-Suchtberatung, die Jugend- und Drogenberatung, das Blaukreuz-Zentrum, die Suchtambulanz der LVR-Klinik Langenfeld, die Jugendförderung und das Klinikum beteiligt. Alle Organisationen haben ein dichtes Netzwerk der Hilfe für Menschen geknüpft, die ein Problem mit Alkohol haben und sie lassen auch die Angehörigen nicht außer acht.

9,5 Millionen Menschen in Deutschland trinken regelmäßig riskante Mengen Alkohol, heruntergerechnet auf Solingen sind das 18 736 Menschen. Als unbedenklich werden Alkoholmengen von 13 Gramm bei Frauen angesehen, konsumiert an fünf Tagen der Woche. Diese Menge reinen Alkohols ist in 0,3 Litern Bier enthalten.

Bei den Jugendlichen hat sich nach Auskunft von Dr. Volker Soditt von der Kinderklinik im Klinikum in der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen die Zahl der regelmäßigen Konsumenten verringert. Die Zahl der Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert wurden, lag 2011 bei 55 und 2013 bei 41 Kindern und Jugendlichen. Rat und Hilfe für Menschen mit Alkoholproblemen bietet unter anderen das Blaue Kreuz. "Wir haben montags bis freitags je eine Gruppe, zu den Treffen kommen zwischen acht und zehn Ratsuchende", sagt Dirk Wegmann vom Blauen Kreuz, das bei der Eröffnungsveranstaltung am Samstag im Hofgarten wie die anderen Organisationen vertreten sein wird. Ein Schwerpunkt während der Aktionswoche, die auch zwei schulinterne Abende im Technischen Berufskolleg und dem Humboldtgymnasium umfasst, wird der Aktionsladen in den Clemens-Galerien sein. Das leerstehende Ladenlokal, wo früher das Schuhaus Deichmann war, ist von der Jugend der Dorper Kirchengemeinde gestaltet worden unter der Federführung von Waldemar Schmalz und Gabi Ern. Dort sind auch die Original-Kunstwerke der Humboldtschüler ausgestellt, die Michael Salge zusammen mit den Schülern sowie dem Elternkreis von Söhnen und Töchtern mit Sucht und psychischer Erkrankung geschaffen hat. Beim Chill Out am Donnerstag, 18. Juni, will die Dorper Gemeinde im Aktionsladen mit Jugendlichen feiern.

Die Suchtwoche endet mit einen Gottesdienst in der Stadtmission am 21. Juni um 10.15 Uhr, an dessen Gestaltung auch Vertreter des Blauen Kreuzes beteiligt sind.

Quelle: RP
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