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Solingen
Arena: Anwohner fordern Lärmschutz

Solingen: Arena: Anwohner fordern Lärmschutz
Vorbild Stuttgart: In der Porsche-Arena finden neben Handballspielen mit bis zu 6211 Fans auch weitere Events wie Konzerte statt. Dann beträgt das Fassungsvermögen 7500 Plätze. Die An- und Abfahrt der Besucher erfolgt über zwei nahe gelegene Schnellstraßen. FOTO: Imago
Solingen. Bei einem Treffen formulierten Wuppertaler Nachbarn der geplanten Arena Bergisch Land am Piepersberg ihre Ängste. Die Planer wollen die Bedenken ernst nehmen. Gutachten sollen nach dem Sommer auf den Weg gebracht werden. Von Martin Oberpriller

Nach dem gelungenen Saisonendspurt mit dem vorzeitigen Klassenerhalt in der Ersten Liga befinden sich die Bundesliga-Handballer des Bergischen HC in der wohlverdienten Sommerpause. Doch während sich die Profisportler von den Strapazen der anstrengenden Spielzeit erholen, gehen hinter den Kulissen die Arbeiten für eine mögliche neue Heimat des BHC am Piepersberg weiter.

So sollen nach den großen Ferien mit sogenannten Aufstellungsbeschlüssen in den beiden betroffenen Städten Solingen und Wuppertal die ersten politischen Weichen für die zukünftige Arena Bergisch Land mit bis zu 6000 Zuschauerplätzen gestellt werden. Doch nun haben sich erstmals einige Anwohner der geplanten Eventhalle zu Wort gemeldet. Bei einem Treffen mit Beamten aus den Stadtverwaltungen Solingen und Wuppertal sowie Vertretern der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) formulierten die betroffenen Nachbarn aus dem Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel ihre Ängste, mit dem Bau der Arena könnte die Verkehrs- und Lärmbelästigung in ihrem Viertel drastisch steigen.

Eine Furcht, die man bei der BSW durchaus ernst nimmt. "Die Sorgen der Menschen sind nachvollziehbar", sagte BSW-Geschäftsführer Bodo Middeldorf gestern auf Nachfrage unserer Redaktion. Aus diesem Grund wollen er und die anderen Verantwortlichen die Belange der Anwohner von Beginn an so offen wie möglich behandeln. Ziel müsse es sein, spätere Belastungen schon im Vorfeld der Errichtung der Arena Bergisch Land genau zu untersuchen.

"Das werden wir - wie alle anderen Fragen - im Zuge eines Gutachtens klären", kündigte Middeldorf an. Der BSW-Geschäftsführer versicherte darüber hinaus, die Nachbarn nicht allein zu lassen: "Sollte sich bei den Untersuchungen ergeben, dass Lärm und Verkehr nach Fertigstellung der neuen Halle zunehmen, müsste beispielsweise durch Lärmschutz für Abhilfe gesorgt werden".

Tatsächlich sind für die Erstellung eines entsprechenden Gutachtens aber zunächst einmal eingangs erwähnte Aufstellungsbeschlüsse seitens der Politik notwendig. Erst wenn diese vorliegen, kann nämlich in einem zweiten Schritt mit der Abschätzung der Folgen eines Hallenneubaus am Piepersberg begonnen werden.

Wobei dies im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass damit bereits eine endgültige Entscheidung zugunsten des Standorts getroffen wäre. Sollten sich beispielsweise im Laufe der Zeit Hinweise ergeben, wonach sich der Piepersberg doch nicht für die Arena eignet, müssten die Planungen noch einmal ganz von vorne beginnen.

Allerdings wäre damit nicht automatisch ein Ausweichen auf den zweiten zurzeit diskutierten Standort verbunden. Im Gegenteil - das zuletzt von den Grünen ins Spiel gebrachte Grundstück der ehemaligen "Bergischen Sonne" in Wuppertal-Lichtscheid hat nach Einschätzung von Experten einige gravierende Nachteile. "Zum Beispiel erscheint die dort zur Verfügung stehende Fläche mit rund 30.000 Quadratmetern ziemlich klein", gab BSW-Chef Middeldorf am Montag zu bedenken. Und dazu komme, dass die verkehrliche Situation in Lichtscheid schon heute eher problematisch erscheine.

Dies ist jedoch ein zentraler Punkt. Denn eine Arena Bergisch Land wäre nach allgemeiner Auffassung nur dann rentabel, wenn in ihr - neben Handball-Spielen - noch andere Veranstaltungen über die Bühne ginge. Ein Vorbild ist in diesem Zusammenhang die Porsche-Arena in Stuttgart, die nicht allein den Handball-Erstligisten TVB 1898 Stuttgart sowie HBW-Balingen-Weilstetten als gelegentlicher Spielort dient. Vielmehr finden in der 2007 erbauten Halle mit ihrem maximalen Fassungsvermögen von 7500 Zuschauern auch Tennis-Turniere, Volleyball-Begegnungen, Firmenevents sowie Konzerte statt.

Alles Großereignisse, die neben ausreichenden Parkflächen eine gute Verkehrsanbindung erfordern. Und diese erscheint wiederum am Piepersberg mit seinem Autobahnanschluss in unmittelbarer Nähe ideal.

Quelle: RP
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