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Solingen
Auswirkungen der Insolvenz sind offen

Solingen. "Strauss Innovation" steckt zum zweiten Mal in kurzer Folge in einer finanziellen Krise.

Der Umzug der Zentrale innerhalb von Langenfeld sollte vor drei Monaten für einen Neubeginn bei "Strauss Innovation" stehen. Doch vom neuen Domizil an der Elisabeth-Selbert-Straße aus hat die Handelskette mit bundesweit rund 1100 Mitarbeitern, 77 Filialen sowie einem Onlineshop erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Dabei hatte das Amtsgericht erst im Januar das vorangegangene Insolvenzverfahren des Unternehmens aufgehoben, das seit Ende 2014 der Beteiligungsgesellschaft "Mühleck Family Office" gehört.

Dr. Hans Peter Döhmen, der Strauss von Langenfeld aus gemeinsam mit Uwe Gramminger leitet, begründete diesen Schritt mit deutlichen Umsatzrückgängen im März und April. Als Lehre aus den nach Döhmens Worten von der früheren Firmenleitung begangenen strategischen Fehlern, habe Strauss nunmehr durch qualitativ höherwertige Artikel und anders gestaltete Verkaufsflächen neue Zielgruppen erschließen wollen. Jedoch sei die notwendige Finanzierung der Winterkollektion zuletzt gescheitert.

Inwieweit sich die Insolvenz auf das Solinger Logistikzentrum des Unternehmens am Monhofer Feld auswirkt, ist noch offen. Wie lange die Prüfung der Situation dauere, sei nicht abzusehen, erklärte ein Pressesprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Horst Piepenburg aus Düsseldorf. Im Jahr 2005 hatte "Strauss Innovation" sein Lager in Ohligs eröffnet: Auf einer Fläche von 40 000 Quadratmetern lagert das Warenhaus in seinen Hochregalen unter anderem Mode und Wohnzubehör, mit denen das Unternehmen seine Filialen beliefert. Knapp 100 Mitarbeiter sind derzeit am Monhofer Feld tätig.

Bereits im Jahr 2009 waren einige Arbeitsplätze in der Klingenstadt der Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen. Aus dem jüngsten Sanierungsversuch im vergangenen Jahr war der Ohligser Standort zunächst unbeschadet hervorgegangen.

(mei / ied)
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