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Solingen
Der Traum vom perfekten Blatt

Solingen: Der Traum vom perfekten Blatt
Von Pik 10 bis Kreuz Bube - mit 35 Mitgliedern ist der Awo-Skatklub einer der größten seiner Art in Solingen. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Beim Tagesturnier des Awo-Skatklubs geht es natürlich um Punkte und Siege. Doch da auch stets das Glück mitspielen muss, sehen viele das Spiel nicht verbissen. Von Fred Lothar Melchior

Und den. Und den. Und den. Hart schlägt die Hand mit den Skatkarten auf der Tischplatte in der Awo-Begegnungsstätte an der Hubertusstraße auf. Nicht in allen der fünf Gruppen, die sich am öffentlichen Tagesturnier beteiligen, geht es ähnlich laut zu. Wolfgang Marquardt etwa sieht das Spiel nicht so verbissen: "Man hat mal Glück, mal Pech", sagt der Aufderhöher, der seit rund zehn Jahren Mitglied des im März 1995 gegründeten Awo-Skatclubs ist. Das Glück, einen Grand ouvert zu haben, wurde ihm in den zehn Jahren erst zweimal zuteil.

In dem Ohligser Skatklub gibt es zehn Euro Prämie für den offen gespielten Grand. Gestern griffen die Turnierteilnehmer aber zunächst in die Tasche: Wer mit jeweils drei weiteren Personen um Tischpreise sowie 80, 60 und 40 Euro Preisgeld spielen wollte, zahlte drei Euro Einsatz pro 24er Serie. "Man kann zu jeder Zeit ein- und aussteigen", erläutert Skatklub-Leiter Herbert Gerbig - und vermutet, dass einige Teilnehmer die Runde gegen Mittag verlassen werden: Am Nachmittag winken 500 Euro Preisgeld bei einem großen Turnier in Haan.

Rosa Deutscher bleibt. Die 85-Jährige ist ebenfalls seit etwa zehn Jahren Mitglied. "Ich spiele zur Unterhaltung", erklärt die Gräfratherin. Im Eugen-Maurer-Haus hat sie zum ersten Mal zu den Skatkarten gegriffen und ist dabei geblieben. "Es kommen leider keine jungen Leute mehr nach", kommentiert Herbert Gerbig. "Die haben alle andere Interessen." Zu seinen besten Zeiten hatte der Club 45 Spieler; jetzt sind es 35. "Damit sind wir noch einer der größten Clubs in Solingen." Zu den Turnieren erscheinen allerdings auch Jüngere um die 30 Jahre.

Der beste Teilnehmer jeder Serie, ob Mitglied oder Gast, erhielt gestern zunächst den Tischpreis - ein Pfund Kaffee oder eine Schachtel Pralinen. "Ich habe schon zehn Serien gespielt und noch nicht einmal einen Trostpreis gekriegt", erinnert sich Herbert Gerbig an vergangene Turniere. Gerechnet wird aufwendig: Jedes gewonnene Spiel bringt 50 Punkte, verlorene reißen den Spieler in den Keller. Damit nicht auf Teufel komm raus gereizt wird, steigt außerdem die Geldstrafe pro verlorenem Spiel von 0,50 Euro auf 1,50 Euro (ab dem sechsten Spiel).

Mit 1132 Punkten kam Gerd Stall auf den ersten Platz, gefolgt von Dieter Schmidtke und Horst Straßburg. Wer mitspielen will: Zum öffentlichen Preisskat lädt der Awo-Skatklub alle 14 Tage freitags ein. Nächster Termin ist der 1. April (jeweils 17.30 Uhr). Gespielt werden zwei Serien à 48 Spiele - wie auch beim öffentlichen Preisskat am 1. November (Allerheiligen) und dem öffentlichen Adventsskat am 27. November. Die normalen Treffen finden dienstags von 14 bis 18 Uhr in der Awo-Begegnungsstätte statt. Herbert Gerbig (Telefon 33 70 43) freut sich auf neue Skatspielerinnen und Skatspieler, "die keine Streithansel sind".

Quelle: RP
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