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Solingen
Die Welt ist eine runde Scheibe

Solingen. Sieben Mal in Folge haben die "Luckies" bereits Meisterschaft und Pokal in der Solinger E-Dart-Hobbyliga gewonnen - und liegen wieder vorn. Dabei legen die Teammitglieder ihre Erfahrung aus zahlreichen Turnieren in die Waagschale. Von Alexander Riedel

Souverän holt Mannschaftskapitän Enrico Naumann den ersten Punkt. Nach seinem Check out wird er zwar nicht, wie die Profi-Darter bei der WM im Londoner Alexandra Palace, von einer jubelnden Menge in schrägen Kostümen gefeiert, dafür winkt ihm die ehrliche Anerkennung seiner Kollegen. Gemütlich geht es in der Gaststätte "Zur neuen Eule" in der Solinger Innenstadt zu. Die Kontrahenten grüßen sich freundschaftlich, lachen und flachsen.

"In der Hobbyliga kennen sich einfach alle", sagt Naumann. Seine Mannschaft ist auch an diesem Abend im Pokalduell gegen den DC Bürgerhaus Checker der Favorit - wie in eigentlich jedem Spiel der Hobbyliga: Seit sieben Jahren gibt es dort in allen Wettbewerben nur einen Sieger: die "Luckies".

Viele der glänzenden Pokale, die die Regale und die Ablage der Eckbänke in der Gaststätte schmücken, zeugen davon. Und auch in der laufenden Saison verlor Enrico Naumanns Mannschaft noch kein Spiel.

"Wir sind eine Truppe aus Turnierspielern", benennt der Kapitän das Erfolgsrezept. "Fast alle spielen auch in unterschiedlichen Mannschaften." Das älteste Mitglied der "Luckies"wirft die Dartpfeile sogar für acht Teams.

"Er ist ständig unterwegs, arbeitet und spielt eben", erklärt Naumann, der verrät, früher selbst einmal drei bis vier Tage pro Woche für seinen Sport genutzt zu haben. "Aber seit der Nachwuchs da ist, ist es weniger geworden", gibt der 36-Jährige zu. "Auch meine Ehefrau war mal aktive Darterin, spielt aber inzwischen nicht mehr." Seit über zehn Jahren übt Naumann das Geschicklichkeitsspiel aus. "Das entscheidende ist der Kopf", befindet er. Euphorie über einen guten Spielstand sei immer der schlechteste Ratgeber. Manche Spieler bekämen Herzklopfen, je näher sie dem Check out rückten.

"Das ist gefährlich", erklärt Naumann, während er das Duell eines Kollegen mit einem Mitglied der gegnerischen Mannschaft verfolgt.

Je sechs Spieler beider Teams treten erst gegeneinander an, dann folgen drei Doppel. Besonders entgegen kämen ihm seine gute Wurfhand als langjähriger Handballer. "Und ich konnte immer ganz gut rechnen", betont Naumann. "Am Anfang bin ich mit ein paar Freunden darten gegangen", sagt er. Ebenfalls über private Kontakte gelangte sein Teamkollege Oliver Bendrat (43) zu den Darts. "Vor 13 oder 14 Jahren bin ich mit einem früheren Mannschaftskapitän in der Spielothek an der Katternberger Straße darten gewesen", erinnert er sich. "Nach drei Wochen war ich Teil der Mannschaft."

Bis auf wenige Ausnahmen ist die Gruppe über Jahre hinweg beisammen geblieben. Am Ende der jeweiligen Spielzeit feiert die Mannschaft mit den Strafgeldern, die die Mitglieder für verlorene Spiele einzahlen, einen fröhlichen Saisonabschluss. Auch ihr Pokalspiel gegen den DC Bürgerhaus Checker gewinnen schließlich die Luckies. Die Halbfinalteilnahme in dem Wettbewerb ist ihnen nicht mehr zu nehmen.

Quelle: RP
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