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Solingen
Ein Tanzpaar der ersten Stunde

Solingen: Ein Tanzpaar der ersten Stunde
FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Brigitte und Wilfried Kirschbaum gehörten zu den Ersten, die sich in dem vor 20 Jahren gegründeten Tanz Zentrum Kai Koch angemeldet haben. Immer wieder mittwochs lernen sie auch heute noch neue Figuren und Schrittfolgen. Von Guido Radtke

Die ersten Tanzschritte lagen viele, viele Jahre zurück, als sich Brigitte und Wilfried Kirschbaum vor 20 Jahren entschlossen haben, ihre vergessenen Grundkenntnisse der Jugendzeit wieder aufzufrischen. "Wir waren eine Gruppe von Eltern, die sich gesagt haben, dass wir tanzen können müssen, wenn unsere Kinder ihr Abitur machen", sagt das Ehepaar und blickt auf den Winter 1995 zurück.

Es war die Zeit, als das heutige Tanz Zentrum Kai Koch überall damit Werbung machte, dass "in Kürze in Solingen etwas passieren würde". Die Neugierde der Kirschbaums und der anderen drei Elternpaare war geweckt - und so gehörte die Gruppe zu den Allerersten, die sich in der damals neu eröffneten Tanzschule angemeldet haben. Nach zwei Kursen ist die Begeisterung für Cha Cha Cha oder Foxtrott bei den Mitstreitern gewichen. Brigitte und Wilfried Kirschbaum hingegen tanzen noch heute und feiern damit genauso wie die beiden geschäftsführenden Tanzlehrer Kai Koch und Olaf Büchner ihr 20-jähriges Jubiläum. "Mit einer kleinen Pause", schränkt der pensionierte Finanzverwalter ein und lacht. Anfangs waren beide noch mit großem Ehrgeiz bei der Sache, und sie legten nach jedem Kurs ihre Prüfungen ab - von Bronze bis Goldstar. "Irgendwann habe ich eine Schaffenpause gebraucht. Meine Frau allerdings wollte unbedingt weitermachen." Nur war das Paar inzwischen auf so einem hohen Level angekommen, dass es schwer war, einen entsprechenden Ersatz-Tanzpartner zu finden. "Stattdessen habe ich Kai Koch in einem seiner Erwachsenen-Grundkurse anderthalb Jahre lang assistiert, bis dieser die Bronze-Stufe erreicht hatte." Jetzt konnte die heute 62-Jährige ihren Mann zumindest überreden, wieder ab und zu vorbeizuschauen. Knapp drei Monate lang blieb es bei den Spontanbesuchen, ehe der Mittwochabend zum Ankerpunkt im Terminkalender wurde. "Die Chemie in diesem Tanzkreis hat einfach gestimmt", sagt Wilfried Kirschbaum.

Und sie stimmt noch heute, denn bis auf wenige Veränderungen unterrichtet Kai Koch die sieben Paare, denen er auch schon vor zehn Jahren Figuren im Jive oder Schrittfolgen im Langsamen Walzer vermittelt hat. Letzteres kommt allerdings seltener vor, da der Tanzkreis durch die Reihe die Lateintänze bevorzugt. "Unsere Favoriten sind der Cha Cha Cha und die Rumba." Sobald der Dreiviertelakt eines Wiener Walzers erklingt, flüchten die Kirschbaums meist von der Tanzfläche. "Damit kommen wir beide überhaupt nicht klar." Einen Grund, warum Haltung und Füße bei dem traditionellen Standardtanz nicht harmonieren wollen, hat Wilfried Kirschbaum jedoch nicht.

Der Ehrgeiz der ersten Jahre hat sich gelegt, stattdessen stehen der Spaß am Tanzen und die Geselligkeit im Vordergrund. "Wir sind nur leider nicht mehr so oft bei Tanzpartys dabei, weil aus unserer Mittwochsgruppe nur selten jemand mitgeht." Die Höhepunkte des Jahres allerdings lassen sich die Kirschbaums auch nach 20 Jahren nicht entgehen. Die traditionelle Nikolausfeier etwa, und natürlich die Tanzgala. "Dieses Ereignis war früher ganz besonders und ist es heute immer noch." Deswegen gehörten Brigitte und Wilfried Kirschbaum auch zu den Ersten, die sich Karten für den Jubiläumsball am 5. März gesichert haben.

Quelle: RP
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