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St. Lukas-Klinik
Eventrekorder - "kleine Wunderkästchen" mit großer Wirkung

Solingen. 60 dieser Implantate wurden in der St. Lukas Klinik in der Diagnostik von Herzrhythmusstörungen bereits eingesetzt.

Das Herz kann zu langsam, zu schnell oder unregelmäßig schlagen. Bei Erwachsenen im Ruhezustand schlägt es zwischen 60 und 70 Mal in der Minute und pumpt dabei das Blut einmal durch den Körper. Damit bewegt es am Tag etwa 7000 Liter. Gerade bei älteren Menschen kann es vorkommen, dass das Herz vorübergehend kurz aussetzt, oder aber Herzrhythmusstörungen einsetzen. "Die können wiederum ein Blutgerinnsel auslösen, das im Kopf zum Schlaganfall führt", sagt Dr. Karl-Heinz Beckers, seit 1989 Chefarzt der Inneren Medizin der St. Lukas Klinik in Ohligs.

Rund ein Drittel aller Schlaganfälle entstehen so, ergänzt der Mediziner. Und "normale" Herzrhythmusstörungen, so Beckers, können vielfach nicht über ein EKG, das vielleicht über vier, fünf Tage oder auch länger angewendet werde, erfasst werden. Manche Störungen würden so selten auftreten, dass sie auch durch eine längere Aufzeichnung nicht erfasst würden, erklärt Beckers. Sie seien deshalb aber nicht weniger gefährlich. Neueste Technik, die in der Klinik an der Schwanenstraße in Ohligs zur Anwendung kommt, kann dem jedoch Abhilfe schaffen: Ein sogenannter Eventrekorder, nur wenige Zentimeter groß, wird unter die Haut des Patienten implantiert. Dank einer langlebigen Batterie kann er über drei Jahre den Herzrhythmus aufzeichnen.

Zum Einsatz kommt der Eventrekorder bei Menschen, die in der Vergangenheit bereits einen Schlaganfall hatten. "Jeden Tag übermittelt der Eventrekorder Messungen an eine Zentrale - und er meldet sich natürlich, wenn ein Ereignis eintritt", sagt Dr. Karl-Heinz Beckers.

Zumal jeder Patient zusätzlich zum Eventrekorder einen kleinen Empfänger bekommt, der permanent die Daten überträgt. Treten Störungen auf, wird der Befund per E-Mail an die Klinik übertragen. Und er versetzt den Arzt sofort in die Lage, unmittelbar zu handeln und mit dem Patienten Kontakt aufzunehmen.

Um ihn dann beispielsweise Blut verdünnende Mittel zu verordnen. "Eine wesentliche Vorbeugung für einen Schlaganfall", sagt der Chefarzt der Inneren Medizin. Die Implantation des Eventrekorders - "ein kleines Wunderkästchen", so Krankenhaus-Direktor Johannes Wecker - sei problemlos. Seit Beginn dieses Jahres sind die Daten telemetrisch abrufbar, 60 Implantate wurden bereits eingesetzt. "Wir konnten über den Eventrekorder gut ein halbes Dutzend Patienten herausfiltern, die Vorhofflimmern hatten und entsprechend reagieren", sagt Beckers zu den Vorzügen der kontinuierlichen Überwachung und der täglichen Abfrage der Daten.

(uwv)
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