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Solingen
Feuerwehr-Leitstelle funktioniert tadellos

Solingen: Feuerwehr-Leitstelle funktioniert tadellos
Allein in Solingen rückte die Feuerwehr im vergangenen Jahr zu über 300 Brandeinsätzen aus. FOTO: Kempner, Martin
Solingen. Im März 2007 starteten die Städte Solingen und Wuppertal mit einer gemeinsamen Feuerwehr-Leitstelle. Das hat sich bewährt. Im vergangenen Jahr wurde dort 173.504 Anrufe registriert. Von Uwe Vetter

Die gemeinsame Feuerwehr-Leitstelle von Wuppertal und Solingen ist zehn Jahren nach dem Start "umfassend gut aufgestellt", erklärten gestern Wuppertals Feuerwehrchef Ulrich Zander und der stellvertretende Stadtdienstleiter der Solinger Feuerwehr, Sebastian Wagner. Einzig eine einheitliche IT-Infrastruktur der Städte würde sich Wagner noch wünschen. Zusammen mit den zuständigen Dezernenten Matthias Nocke (Wuppertal) und Jan Welzel stellten sie den Qualitätsbericht 2016 vor. "Die Feuerwehr-Leitstelle funktioniert nach dem Prozess der Neustrukturierung seit dem Jahr 2010 tadellos", sagte Nocke. Jan Welzel sieht einen "Qualitätsstandard, der sich sehen lassen kann".

Im vergangenen Jahr wurden von den Mitarbeitern der Leitstelle insgesamt 173.504 Anrufe über die Telefonleitungen 112 und 19222 entgegengenommen. Gut 10.000 mehr als noch 2015. Allerdings führten die Mehranrufe nicht zu mehr Einsätzen. Unter dem Strich wurden hier laut Ulrich Zander 3000 weniger Einsätze gezählt. Gut 72 Prozent der gesamten Anrufe kamen über die Notrufleitung 112 herein und wurden mit höchster Priorität bearbeitet. Etwa 28 Prozent der Anrufe wurden über die Krankentransportnummer 19222 registriert. Diese waren nicht unter Zeitdruck zu bearbeiten.

Bei den Einsätzen - zusammen 96.460 - wurden in der Klingenstadt 29.377 verzeichnet, in Wuppertal mehr als das Doppelte, nämlich 67.083. Fast neun von zehn Fällen sind Rettungsdienstleistungen, lediglich elf Prozent der Einsätze stehen im Zusammenhang mit einem Brand. "Aber auch Öl auf der Straße abzubinden oder eine Katze aus dem Baum zu retten, gehören dazu", sagt Ulrich Zander.

Allerdings müssen sich die Disponenten in der Feuerwehr-Leitstelle auch zunehmend mit Anrufen beschäftigen, die nicht unbedingt etwas mit Feuerwehreinsätzen zu tun haben. "Einige rufen aus Einsamkeit an, andere fragen schlicht nach der Uhrzeit", berichten Wagner und Zander.

Dass Rettungskräfte im Einsatz angegriffen werden, darin sieht Sebastian Wagner ein "gesamtgesellschaftliches Problem". Die Polizei habe hier aber mehr darunter zu leiden, so die Einschätzung des Solinger Feuerwehrmanns. "Das ist jedoch immer wieder ein Thema", ergänzt der Wuppertaler Feuerwehrchef auch mit Blick auf unzureichende Gassenbildung von Autofahrern, um die Einsatzfahrzeuge vorbei zu lassen.

Bei Rettungseinsätzen kommt es laut Jan Welzel auf jede Minute an. Damit alles bis zum Eintreffen der Rettungskräfte gut funktioniert, arbeiten die Mitarbeiter der gemeinsamen Feuerwehr-Leitstelle seit 2012 mit der sogenannten strukturierten Notrufabfrage. Dies führte zu einer Erhöhung der Qualität. "Andere Feuerwehr-Leitstellen scheuen sich, auch wegen der Finanzen, die strukturierte Abfrage einzuführen. Zum Teil gibt es hier aber auch Vorbehalte", sagt Matthias Nocke.

Gleichwohl seien Verbesserungen durch die strukturierte Abfrage deutlich zu sehen, so die Feuerwehr-Experten. "Unsere Feuerwehr-Leitstelle verfügt über eine hohe Kompetenz der Mitarbeiter und ein System, das sich bundesweit messen lassen kann", sagt Solingens Dezernent Jan Welzel.

Fehler würden dennoch passieren, die Fehlerquote mit Blick auf die Wahl des Einsatzortes ist jedoch äußerst gering: In 99,955 Prozent lagen die Disponenten der Feuerwehr-Leitstelle im vergangenen Jahr richtig. "Mit diesem Wert liegen wir ganz weit vorne", betont Ulrich Zander. Die äußerst geringe Anzahl der Fehler werde dennoch intensiv untersucht, Ursachen analysiert und diese abgestellt.

Kein Thema ist aktuell nach Angaben der beiden Dezernenten Matthias Nocke und Jan Welzel, dass im Sinne der bergischen Kooperation die Remscheider Feuerwehr mit in die gemeinsame Leitstelle aufgenommen wird. Gespräche würden hierzu nicht geführt. Gleichwohl sei man technisch jedoch jederzeit in der Lage, einen weiteren Partner aufzunehmen.

Quelle: RP
 
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