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Solingen
Gesamtschule arbeitet mit Talentscout

Solingen. Henrik Sie hilft talentierten Jugendlichen aus Nichtakademikerfamilien auf ihrem Weg zu einem Studium. Von Sandra Grünwald

Die Alexander-Coppel-Gesamtschule ist die erste Schule in Solingen, an der Schüler durch einen Talentscout begleitet und betreut werden. Henrik Sie hat sein Studium an der Universität Wuppertal abgeschlossen und arbeitet nun an mehreren Schulen als Talentscout. An der Gesamtschule hat er in der Studien- und Berufskoordinatorin Birgit Görner eine kompetente Ansprechpartnerin. "Sie wird mir Hinweise geben, welche Schüler unterstützenswert sind", so Sie. "Ich bin dann einmal im Monat an der Schule, wo ich mehrere Gespräche mit den Schülern habe."

Diese Eins-zu-eins-Betreuung empfindet Schulleiter Andreas Tempel als besonders wichtig. "Hier werden Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern erreicht, die zuhause kein Vorbild haben. Gerade sie brauchen Förderung und Unterstützung. Das hat etwas mit Bildungsgerechtigkeit zu tun." Der Talentscout wird während der Gespräche mit den Schülern aber auch eine individuellere Studienberatung machen können. "Es gibt ja viel mehr, als die bekannten Studienfächer", weiß Tempel. "Bei dem Talentscout geht es nicht um Masse, sondern um Klasse."

Damit Henrik Sie an der Alexander-Coppel-Gesamtschule arbeiten kann, wurde am Dienstag ein Kooperationsvertrag zwischen der Schule und der Uni Wuppertal unterschrieben. Darin ist auch ein Studienberatungsprogramm verankert, das die Schüler der Gesamtschule möglichst früh und umfassend auf die Fristen, Möglichkeiten und Bedingungen eines Studiums vorbereiten soll. "Wir wollen in der 10. Klasse schon einen Vortrag mit ersten Infos für Schüler und Eltern halten, in dem es ganz allgemein ums Studium geht", erklärt Christine Hummel von der Studienberatung der Uni Wuppertal. Dann soll in der 11. Klasse schon eine eingehendere Beratung geben. "Das wird dann immer spezieller bis hin zur Fachorientierung", sagt Hummel.

Dabei wird nicht nur über die Vielfalt an Studienfächern gesprochen, sondern auch aufgeklärt, auf welchen seriösen Internetseiten sich Schüler über ihre Wunschstudienfächer informieren können.

Bei dieser Studienorientierung geht es nicht darum, Studenten für die Uni Wuppertal zu gewinnen. "Wir sind keine Werbeabteilung", meint Hummel lachend. Durch den Kooperationsvertrag steht die Zusammenarbeit von Schule und Universität auf sicheren Füßen. "Es ist eine beidseitige Verpflichtung", betont Tempel.

Professor Andreas Frommer, Prorektor für Studium und Lehre, fügt hinzu: "Es gibt jederzeit die Möglichkeit für interessierte Schüler, an die Uni Wuppertal zu kommen, um sich dort zu informieren. Durch die Kooperation kommt die Uni auch an die Schule." So können die Abiturienten der Alexander-Coppel-Gesamtschule gut vorbereitet ins weitere Berufsleben starten.

Quelle: RP
 
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