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Solingen
Höhscheider mit Welturaufführung

Solingen. Wenn die Höhscheider Bühnenspiele zu einer ihrer Vorstellungen einladen, ist das Theater meist voll. So war es auch am Samstag, zumal eine "Welturaufführung" angekündigt war.

"Der tweide Plöck - Watermann süökt Jongkfrau" heißt das Lustspiel in Solinger Mundart, das Heidi Theunissen geschrieben hat. Und auch für einen Gag sind die "Höhscheider" immer gut: Karsten Bohne hielt seine Begrüßungsrede mitten aus dem Publikum, und Holger Langenberg, nicht nur der Regisseur, sondern auch als Karl Klostermann Mitspieler, kam halb angezogen vor der Vorstellung auf die Bühne.

Das Stück begann gemächlich. Rosi Hermes (Ulrike Höneman) deckt den Kaffeetisch in Erwartung ihrer Freundinnen Mia (Sabine Roth) und Gilla (Britta Flemming). Dann aber kommt Ehemann Herbert, genannt Bertes, unerwartet nach Hause. Angeblich ist er auf dem Sportplatz über einen Kanaldeckel gestürzt und hat sich "schwer" verletzt. Bernd Yzerman mimte das ganz schön wehleidig.

Die drei Freundinnen haben eine Idee: Rosi, die Karten legen und angeblich in die Zukunft sehen kann, könnte doch dafür sorgen, dass alleinstehende ältere Mitbürger wieder oder überhaupt zu einem Partner kommen. Künftig nennt Rosi sich darum "Rosa Hermeline", und die ersten Kunden lassen nicht lange auf sich warten.

Da ist Alwin Frosch (Karsten Bohne), der nur immer im Garten arbeitet und endlich seine stets trinkende Frau los ist. Er braucht dringend eine neue. Oder Manni Weber (Manfred Bremmer), der Wassermann, der am besten eine Waage kennenlernen würde. Lore Klapper (Hannelore Selbach) kommt auch, elegant mit Hut, Rat suchend ins Haus. Und Lilli Bellmann (Manuela Rocker), vor deren Haus ein Kanaldeckel hochsteht und die auf der Suche nach einem verschwundenen Verehrer ist.

Allen kann Rosa Hermeline gute Ratschläge geben, bis am Schluss ihr eigener Ehemann und der Mann ihrer Freundin Mia auftaucht (Udo Menge) und einige Missverständnisse geklärt werden können.

Die einzelnen Typen werden teils lustig, teil ernst dargestellt. Am schrillsten ist wohl Karsten Bohne mit seinem grünen Hemd, der Lederhose und der schwarzen Stirnlocke anzusehen. Sehr gefallen hat besonders Holger Langenberg, der nicht weiß, ob er Sänger werden oder vielleicht lieber Friseur bleiben soll. Er kann auch dichten - das Publikum sparte nicht mit Szenenapplaus. Mehr soll nicht verraten werden, denn am nächsten Wochenende gibt es nochmals zwei Vorstellungen - und wie immer werden die Zuschauer viel zu lachen haben.

(koh)
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