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Solingen
Landesbetrieb will Staufalle entschärfen

Solingen. Mit Behelfsampeln in Langenfeld will Straßen NRW den Verkehr entzerren, der sich seit der Sperrung der A 542 an der Grenze zur Nachbarstadt noch häufiger als sonst staut. Profitieren sollen auch Solinger auf dem Weg zur Autobahn. Von Martin Oberpriller

Autos, die Stoßstange an Stoßstange vom Solinger Autobahnanschluss zur A 3 bis nach Aufderhöhe stehen und im morgendlichen Berufsverkehr kaum vorankommen: Seit der Landesbetrieb Straßen NRW vor einigen Wochen damit begonnen hat, die A 542 zwischen Langenfeld und Monheim zu sanieren, werden die Nerven der ohnehin bereits staugeplagten Pendler aus der Klingenstadt auf eine weitere harte Bewährungsprobe gestellt. Denn viele Lastwagen-Fahrer, die bislang die A 542 in Richtung Monheim nutzten, fahren nun an der Anschlussstelle in Wiescheid ab - und sorgen so in Solingen, neben den gewohnten Schwierigkeiten, für zusätzliche Staus.

Der Grund für diese neuen Behinderungen ist denkbar einfach. Da die A 542 in Fahrtrichtung Westen für mehrere Monate in Gänze gesperrt ist, müssen die LKW-Fahrer mit Ziel Monheim nun auf innerstädtische Straßen in Langenfeld ausweichen. Was wiederum zur Folge hat, dass in einer Art verkehrstechnischer Kettenreaktion in der Klingenstadt oft ebenfalls kaum mehr etwas geht.

Ein Problem, das auch die Verantwortlichen bei Straßen NRW erkannt haben. Sie wollen die neuen Staufallen darum in der nächsten Zeit - zumindest ein wenig - entschärfen. "Wir werden in Langenfeld einige Ampeln durch modernere Behelfsanlagen ersetzen", sagte jetzt ein Sprecher des Landesbetriebs auf Anfrage. Das Ziel: Auf diese Weise sollen die Grünphasen auf den Durchgangsstraßen der Nachbarstadt verlängert werden, so dass es in Zukunft zu weniger Rückstaus bis nach Solingen kommt. Allerdings nehme die Umstellung der Ampel-Technik zunächst noch einige Tage in Anspruch, ehe eine Verbesserung spürbar werde, hieß es bei Straßen NRW.

Wobei sich die Pendler von dieser Neuerung ohnehin keine Wunderdinge erwarten dürfen. Denn die grundsätzliche Problematik bleibt bestehen. Weil sich die Verantwortlichen des Landesbetriebs im Vorfeld dazu entschlossen, während der Bauarbeiten jeweils eine Fahrtrichtung der A 542 vollständig zu sperren, muss der Schwerlastverkehr in jedem Fall auf die innerstädtischen Ausweichrouten zurückgreifen - was unweigerlich Staus nach sich zieht.

Auch aufgrund dieses Vorgehens war Straßen NRW zuletzt in die Kritik geraten. So wurde moniert, dass sich die Planer dagegen entschieden hatten, während der Bauzeit in beiden Fahrtrichtungen zumindest immer eine Spur offenzuhalten. Die Verantwortlichen des Landesbetriebs verteidigen indes ihren Entschluss. "Schon aus Sicherheitsgründen bestand keine Option, beide Fahrtrichtungen gleichzeitig in Betrieb zu lassen", sagte der Sprecher von Straßen NRW. Beispielsweise wäre es bei einer parallel einspurigen Verkehrsführung im Falle eines Unfalls für Rettungswagen unmöglich, zum Unglücksort zu gelangen. Und zudem garantierten die vollständigen Sperren der jeweiligen Fahrtrichtungen einen schnelleren Baufortschritt. "Dadurch sparen wir fast ein Jahr", betonte der Sprecher.

Es ist vorgesehen, die in den 70er Jahren gebaute A 542 vollständig zu sanieren. Nach der ersten Bauphase mit der Vollsperrung in Richtung Monheim wird Straßen NRW die Erneuerung der entgegengesetzten Fahrspuren in Angriff nehmen. Läuft alles nach Plan, werden die Bauarbeiten Mitte 2017 abgeschlossen.

Zuletzt hatten Äußerungen des Landesbetriebs für Verärgerung gesorgt, wonach die A 542 eine "Luxusautobahn" sei, die heute nicht mehr gebaut würde. Der Sprecher von Straßen NRW relativierte dies nun. Die A 542 diene dazu, das Kreuz Leverkusen zu umfahren. Gleichzeitig sei die Autobahn aber nicht von übergeordneter Bedeutung, da ihre Fortführungen auf die linke Rheinseite sowie nach Solingen nie realisiert worden seien. Solinger Autofahrer nutzen die A 542 vor allem, wenn sie nach Leverkusen und Köln fahren wollen.

Quelle: RP
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