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Solingen
LVR baut Psychiatrie am Klinikum

Solingen. Psychische Erkrankte können in Zukunft in Solingen stationär behandelt werden. Die LVR-Klinik Langenfeld beginnt im Juni auf dem Gelände des Städtischen Klinikums mit dem Bau einer Außenstelle. "Hier geht ein Traum in Erfüllung", sagt der stellvertretende Direktor der LVR-Klinik und zukünftige Chefarzt in Solingen, Dr. Friedrich Leidinger, "denn die Versorgung psychisch Kranker braucht nicht mehr in Langenfeld stattfinden." Die LVR-Klinik Langenfeld informierte am Donnerstag im Klinikum bei einem Infoabend Anwohner über das Vorhaben. Von Benjamin Dresen

Der zehn Millionen Euro teure Neubau an der Frankenstraße soll im Frühjahr 2018 fertig sein und auf zwei Etagen 40 Betten bieten. Die Einrichtung soll ausschließlich Solingern offen stehen. Leidinger beziffert die Aufenthaltsdauer bei akutpsychiatrischen Behandlungen von einigen Tagen bis zu drei Monaten, wobei der Durchschnitt bei etwa drei Wochen liegt. Zwangseinweisungen wird es in Solingen nicht geben. "Wir sind eine offene Station", betonte Leidinger bei dem Infoabend. "Wir werden hier keine Patienten einsperren."

Leidinger lobte die bereits jetzt "herausragend gute psychiatrische Versorgung" in der Stadt mit den niedergelassene Ärzten und dem Psychosozialen Trägerverein. "Was fehlte, waren Krankenhausbetten für die Psychiatrie", so Leidinger. Damit trägt der Neubau zur weiteren Verbesserung des Angebots bei. Zurzeit entwickelt die LVR-Klinik mit der Stadt, dem Klinikum und dem Psychosozialen Trägerverein einen Plan zur inhaltlichen Gestaltung der Einrichtung. Am Standort Frankenstraße betreibt der LVR bereits seit neun Jahren das Gerontopsychiatrische Zentrum zur Behandlung älterer Menschen.

Die LVR-Klinik möchte bei der Therapie auch die Umgebung mit nutzen. "Wir sind entschlossen, die Möglichkeiten des Botanischen Gartens zu nutzen", betonte Friedrich Leidinger. Die Teilhabe an Kultur und Freizeit sei ebenso wichtig wie medizinische Aspekte. Welche Angebote es konkret geben wird, steht aber noch nicht fest.

Mit dem Neubau erreicht die LVR-Klinik das Ziel, psychiatrische Einrichtungen zu den Menschen zu bringen. "Psychiatrie unterliegt einer gewissen Stigmatisierung", sagte deren kaufmännischer Geschäftsführer und Vorstand Holger Höhmann. "Aber je näher wir der Bevölkerung sind, desto leichter ist der Zugang für Patienten." Die 40 stationären Behandlungsplätze, die in Solingen entstehen, werden in Langenfeld abgebaut.

Quelle: RP
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