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Solingen
Mehr Lebensqualität für Sehbehinderte

Solingen: Mehr Lebensqualität für Sehbehinderte
Der Tag der offenen Tür bei Augenoptik Wollenhaupt traf auf viel Resonanz. FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Zum fünften Mal veranstaltete Augenoptik Wollenhaupt einen Tag der offenen Tür für Sehbehinderte. Praktische Hilfsmittel für den Alltag wurden vermittelt, aber auch Kontakte zu Vereinen in Solingen vermittelt. Von Alexander Riedel

Das Geschäft platzte förmlich aus allen Nähten. An sämtlichen Tischen berieten die Mitarbeiter bei Wollenhaupt ihre Kunden in deren verschiedenen Anliegen. "Ich brauche eine Lupe mit stärkerer Vergrößerung", erklärte etwa ein älterer Besucher einem Fachmann. Einmal im Jahr lädt das Fachgeschäft für Augenoptik, Optometrie und Hörakustik an der Kölner Straße zum Tag der offenen Tür für Sehbehinderte ein - und zieht damit auch immer wieder Neukunden an.

"Beim letzten Mal hatten wir 250 Besucher", verriet Geschäftsführer Helmut Heinemann. Wie die anderen Mitarbeiter im dreiköpfigen Augenoptik-Team ist er auch zertifizierter "Low Vision-Spezialist", also auf die Arbeit mit Sehbehinderten und die Versorgung mit speziellen Sehhilfen geschult.

Kostenlos konnten die Gäste am Aktionstag die Produkte verschiedener Firmen ausprobieren. Die reichten von der Lupe über Bildschirmlesegeräte bis zu speziellen Kantenfiltergläsern, die die Augen vor weiteren Schädigungen, zum Beispiel vor UV-Licht, schützen sollen. "Zuvor hatten viele Leute einfach resigniert", erklärt Heinemann. Das Unternehmen schrieb im Vorfeld des Aktionstages die Stammkunden an. Weitere von Sehbehinderungen Betroffene wurden durch persönliche Gespräche dazu animiert, allein oder in Begleitung, den Familienbetrieb in der Innenstadt aufzusuchen.

"Ich wollte mich mal nach neuen Errungenschaften erkundigen", erklärte derweil wie zur Bestätigung eine Frau, während sie bedächtig durch den Raum ging. Doch nicht nur die Produkte von unterschiedlichen Herstellern konnten die Gäste begutachten - vor allem das persönliche Beratungsgespräch stand im Mittelpunkt. So vermittelten die Mitarbeiter auch den Kontakt zum Blinden- und Sehbehindertenvere in Solingen und gaben Tipps für den Alltag. Auch mit einer Gruppe von Praxen und Therapeuten arbeitet Wollenhaupt zusammen.

"Gerade waren zwei Damen hier mit einem Zettel vom Augenarzt", berichtete Heinemann. "Wir haben jetzt einen Termin ausgemacht, bei dem eine ausführliche Anamnese stattfinden wird, auch im Hinblick auf organische Erkrankungen, die sich auf die Augen auswirken", beschreibt er das weitere Vorgehen. "Das ist sehr wichtig, um individuell die richtige Lösung zu finden."

Quelle: RP
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