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Serie 24 Stunden - 24 Menschen
Mit wachem Auge auf Streife

Serie 24 Stunden - 24 Menschen: Mit wachem Auge auf Streife
% Bernd Faust, stellvertretender Leiter der Polizeiwache Ohligs, hat immer ein offenes Ohr für die Bürger. FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Die Hauptkommissare Bernd Faust und Thomas Janisch durchstreifen mit Andreas Groß vom Ordnungsamt den Stadtteil Ohligs. Dabei begegnen ihnen freundliche Fußgänger, Taschendiebe und uneinsichtige Radfahrer. Von Alexander Riedel

Freundliche Wünsche begleiten das Trio auf dem Weg über den Busbahnhof: "Ihnen noch einen sonnigen Arbeitstag", ruft eine Jugendliche. "Gleichfalls, und viel Spaß im Freibad", entgegnet Thomas Janisch. Der Polizeihauptkommissar und seine beiden Mitstreiter haben bei hochsommerlichen Temperaturen ein anderes Programm vor sich: Sie sehen in Ohligs nach dem Rechten. "Normalerweise wären um die Mittagszeit und am frühen Nachmittag viele Jugendliche am Bahnhof, die von der Schule kommen. Aber jetzt in der Ferienzeit ist es natürlich deutlich ruhiger", sagt Bernd Faust, Hauptkommissar und stellvertretender Leiter der Ohligser Polizeiwache an der Kieler Straße.

Von dort ist die Gruppe, die Andreas Groß vom Ordnungsamt vervollständigt, zu ihrer Fußstreife aufgebrochen. Ein solcher Rundgang dauert in der Regel zwei bis drei Stunden. "Es ist wichtig, dass wir Ruhe und Zeit für die Bürger mitbringen, Ansprechpartner für ihre Nöte sind, und einfach Präsenz zeigen", erklärt Thomas Janisch. Die Anwesenheit der Polizei allein verschrecke vielfach reisende Diebe, die am Hauptbahnhof Halt machten.

' Passantin Ilse Kohl verteilt Eiskonfekt an den Polizeibeamten Thomas Janisch (l.) und Andreas Groß, Mitarbeiter des Ordnungsamtes. FOTO: Kempner, Martin (mak)

Auf dem Weg durch die Düsseldorfer Straße in Richtung Markt treffen die Ordnungshüter auf viele bekannte Gesichter. "Da gibt es Ladenbesitzer, die eine Frage haben wegen städtischer Auflagen und Anträgen, die sie ausfüllen müssen. Und für einige Leute sind wir auch die Blitzableiter", erzählt Janisch.

Die Verkäuferin einer Straßenzeitung beklagt sich bei Andreas Groß über konkurrierende Händler aus dem kriminellen Milieu, die den Verkauf des Magazins in der Fußgängerzone als Deckmantel für eigene Straftaten nutzen - und damit auch das Geschäft der ehrlichen Anbieter schädigen. Thomas Janisch beobachtet derweil, wie eine ältere Dame mit Rollator eine Gruppe von Männern umkurvt, die sich in der Fußgängerzone unterhalten. "Wäre schön, wenn man eine Klingel daran hätte, um auf sich aufmerksam zu machen", sagt Janisch. Prompt bietet die Frau ihm und den Kollegen ein Stückchen Konfekt an. Eis essende Kinder winken den Uniformierten zu.

Doch naturgemäß herrscht auf Streife nicht nur pure Harmonie: Mehrfach rauschen Radfahrer die belebte Fußgängerzone hinunter, um plötzlich - nach dem Anblick der Ordnungshüter - abzusteigen. Auf ihr Fehlverhalten angesprochen, behauptet eine Frau, sie sei doch gar nicht gefahren. Ein Mann zeigt sich hingegen reumütig. Anstatt eines Verwarnungsgeldes bleibt es letztlich bei einer mündlichen Verwarnung. Insgesamt ist es an diesem Mittag sehr ruhig. An anderen Tagen gingen den Ordnungshütern auf ihrer Tour aber auch schon Handtaschendiebe und sogar mit Haftbefehl gesuchte Kriminelle ins Netz. "Man kann aber zum Glück sagen, dass wir in Ohligs weder einen Kriminalitäts- noch Unfallschwerpunkt haben", betont Faust, bevor die Gruppe nach etwa einer Stunde die Düsseldorfer Straße verlässt und weiterzieht.

Quelle: RP
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