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Solingen
Preise in Heidebad und Musikschule sollen steigen

Solingen. Analyse der Beratungsfirma Rödl & Partner zur Sanierung der städtischen Beteiligungen mit dutzenden Maßnahmen. Von Martin Oberpriller

Die angestrebte finanzielle Gesundung der von der Pleite bedrohten städtischen Beteiligungsgesellschaft Solingen (BSG) dürfte auch an den Geldbeuteln der Bürger nicht spurlos vorbeigehen. Denn in ihrer im Auftrag des Rathauses erstellten sogenannten Portfolioanalyse listen die Prüfer der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner gleich einen ganzen Maßnahmenkatalog auf, mit dessen Hilfe die Beteiligungen zukünftig wieder in finanziell ruhigeres Fahrwasser gelangen sollen.

So schlagen die Experten unter anderem vor, die Eintrittspreise im Heidebad um 20 Prozent zu erhöhen. Und auch die Schüler der Musikschule beziehungsweise deren Eltern sollen tiefer in die Tasche greifen. Nach den Vorstellungen von Rödl & Partner könnten die Entgelte dort nämlich in zwei Schritten um insgesamt fünf Prozent steigen.

Da die wirtschaftliche Lage aber vor allem im Kulturbereich der BSG besonders dramatisch ist, dürfte es mit dieser Gebührenerhöhung noch nicht getan sein. Aus diesem Grund schwebt den Beratern zudem eine Senkung der Mehrfachermäßigung von 25 auf fünf Prozent zu. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Sozialermäßigungen in der Musikschule vollständig an die Stadt zu übertragen oder aber anteilig zu reduzieren. Weiter stellt Rödl & Partner die Existenz von Kursen bei "Orchideen-Instrumenten" infrage und will die Musiker der Bergischen Symphoniker dazu verpflichten, in ihren freien Dienstzeiten als Musiklehrer zu arbeiten. Überdies sei eine stärkere Kooperation der Profi-Musiker mit dem Orchester Wuppertal ratsam, heißt es in der Expertise der Fachleute.

Prekär ist indes nicht nur die Situation in der Musikschule und beim Orchester. Auch das Kunstmuseum steht am Abgrund, so dass die externen Berater zu einer Reduzierung der Wechselausstellungen raten, um einer Insolvenz zuvorzukommen. Der Aufgabenumfang sollte in diesem Bereich "auf den Ratsauftrag" zurückgefahren werden, mahnt Rödl & Partner.

Gleichwohl haben auch andere Beteiligungen - neben der Kultur - nach Ansicht der Prüfer einen Beitrag zur Konsolidierung zu leisten. So ist zusätzlich zu der bereits erwähnten Preiserhöhung im Heidebad im Bäderbereich eine Verschiebung der Sozialermäßigungen zulasten der Stadt denkbar. Ferner sprechen sich die Wirtschaftsberater zudem für eine Prüfung des Busangebotes aus und regen eine "Überprüfung bestehender Betriebsvereinbarungen" bei den Stadtwerken Solingen an. Tatsächlich dürften nach Dafürhalten der Stadt die von Rödl & Partner ausgemachten Einsparpotenziale von rund 5,5 Millionen Euro jährlich ab 2021 nicht reichen. Um die Beteiligungen langfristig zu sichern, muss ein Defizit von über sieben Millionen Euro zurückgeführt werden.

Quelle: RP
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